Schwarz-Grün, GroKo oder Rot-Rot-Grün? VOR ERGEBNIS – Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl 2021

Das Wahl­ergebnis der letzten Bundestagswahl finden Sie auf dieser Seite: Bundestagswahl 2021: Ergebnis

Zuletzt aktualisiert: 25.09.2021

Seit 1961 konnte keine Partei die absolute Mehrheit im Deutschen Bundestag erreichen. Seitdem alternieren folgende vier Koalitionen im Bundestag (nach Häufigkeit aufgelistet):

  • Schwarz-gelbe KoalitionSchwarz-gelbe Koalition (CDU/CSU + FDP)
  • Schwarz-gelbe KoalitionGroße Koalition (CDU/CSU + SPD)
  • Schwarz-gelbe KoalitionSozialliberale Koalition (SPD + FDP)
  • Schwarz-gelbe KoalitionRot-grüne Koalition (SPD + Bündnis 90/Die Grünen)

Laut aktuellen Umfragen zur nächsten Bundestags­wahl kann jedoch keine der bisher auf Bundes­ebene erprobten Koalitionen eine Mehrheit erreichen.

Aufgrund dessen werden hier mögliche Koalitionen nach der Bundestags­wahl 2021 sowie deren Wahrschein­lichkeit aufgeführt.

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Koalitionen nach der Bundestagswahl 2021

Bei den möglichen Koalitionen nach der Bundestags­wahl 2021 wird mit einer Besetzung des Bundestags mit 598 Sitzen gerechnet. Bei einer fiktiven Sitz­verteilung ohne Ausgleichs- und Überhang­mandate ergibt sich ab 300 Sitzen eine Mehrheit im Bundestag.

Koalitionsrechner: Welche Koalition kommt nach der Bundestagswahl?

Es gibt fünf Koalitions­möglichkeiten, die laut vorläufigem Ergebnis möglich wären:

  • Schwarz-rot-grüne Koalition aus Union, SPD und Grünen (auch Kenia-Koalition genannt)
  • Schwarz-rot-gelbe Koalition aus Union, SPD und FDP (auch Deutschland-Koalition genannt)
  • Ampelkoalition zwischen Grünen, SPD und FDP
  • Jamaika-Koalition zwischen Union, FDP und Grünen
  • Große Koalition zwischen Union und SPD

In den folgenden Diagrammen ist jeweils die Anzahl der Sitze möglicher Koalitions­parteien im Bundestag angegeben. Der Pfeil markiert den Punkt, ab dem eine Koalition mehrheits­fähig ist.

Legende: Grüne Zahlen bedeuten eine Mehrheit der Wähler­stimmen beziehungs­weise der Sitze im Bundestag. Rote Zahlen hingegen signalisieren, dass diese Koalition keine Mehrheit hat.

Schwarz-rot-grüne Koalition (Union + SPD + Grüne)

Union
000
SPD
000
Grüne
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte schwarz-rot-grüne-Koalition im Bundestag: noch nie vorgekommen

Aktuell hätte ein schwarz-grünes Bündnis ohne SPD keine Mehrheit, was eine schwarz-rot-grüne Koalition zumindest auf den ersten Blick etwas wahr­scheinlicher erscheinen lässt.

Allerdings dürfte es aus denselben Gründen wie auch bei der Großen Koalition schwerfallen, die SPD in der nächsten Wahl­periode für eine weitere Koalitions­gemeinschaft mit der Union zu erwärmen.

Schwarz-rot-gelbe Koalition (Union + SPD + FDP)

Union
000
SPD
000
FDP
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte Deutschland-Koalition im Bundestag: noch nie vorgekommen

Infolge der beständigen Stimmen­verluste von CDU und CSU in den letzten Monaten ist eine erneute Koalition dieser Parteien nur unter Beteiligung der FDP möglich. Aufgrund der niedrigen Zustimmungs­werte zu einem Bündnis aus Union und SPD ist eine schwarz-rot-gelbe Koalition (auch Deutschland-Koalition genannt) allerdings unwahrscheinlich.

Im Bundestag gab es bisher keine schwarz-rot-gelbe Koalition und auch auf Landes­ebene ist dieses Bündnis äußerst selten. Im Rahmen von Zweier- und Dreier­bündnissen besitzen CDU/CSU, SPD und FDP hingegen reichlich gemeinsame Regierungs­erfahrung.

Ampelkoalition (SPD + FDP + Grüne)

SPD
000
FDP
000
Grüne
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte Ampelkoalition im Bundestag: noch nie vorgekommen

Laut aktuellen Umfragen wären FDP, Grüne und SPD mit 000 Sitzen im Parlament vertreten; damit wäre eine Ampel­koalition rechnerisch möglich. In Rheinland-Pfalz wurde ein solches Bündnis nach der Landtagswahl 2021 bestätigt, doch im Bund reagiert FDP-Chef Lindner bislang zurück­haltend auf eine mögliche Ampel-Koalition.1

Jamaika-Koalition (Union + FDP + Grüne)

Union
000
FDP
000
Grüne
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte Jamaika-Koalition im Bundestag: noch nie vorgekommen

Nachdem eine erste Jamaika-Koalition auf Bundes­ebene nach der Bundestags­wahl 2017 scheiterte, hatte die FDP aufgrund ihres einseitigen Abbruchs der Koalitions­gespräche mit Einbrüchen bei den Umfrage­werten zu kämpfen.

Dies führte dazu, dass sich die Liberalen einer solchen Koalition gegenüber wieder offener zeigen und generell Bereitschaft für Regierungs­verantwortung nach der Bundestags­wahl 2021 signalisieren.2

Sollte am Wahlabend eine schwarz-grüne Mehrheit zustande kommen, wird diese wohl den Vorzug erhalten. Falls nicht, so gilt eine Jamaika-Koalition als sehr aussichtsreich.

Große Koalition (CDU + SPD)

Union
000
SPD
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte Große Koalition im Bundestag: 1966–1969, 2005–2009, 2013–2017, 2017–2021

Laut Umfragen könnten sich SPD und CDU/CSU nach der kommenden Bundestags­wahl im September erneut zu einem Regierungs­bündnis zusammen­schließen. Der bayerische Minister­präsident und CSU-Chef Markus Söder sieht die Union allerdings nicht als Junior­partner in einer Koalition mit der aktuell stärkeren SPD.3

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erteilte einer möglichen Großen Koalition nach der Bundestags­wahl 2021 keine klare Absage. Eine Woche vor dem Wahl­termin, im dritten Triell mit Annalena Baerbock und Armin Laschet, stellte Scholz allerdings fest: „Und dann will ich auch keinen Hehl machen daraus, dass ich am liebsten natürlich eine Regierung bilden würde zusammen mit den Grünen.“4

Nach der historischen Nieder­lage bei der Bundestags­wahl 2017 schloss die SPD eine Koalition mit der Union aus.5 Trotzdem ließ sie sich nach wochenlangen ergebnis­losen Koalitions­verhandlungen noch einmal darauf ein. Es ist also nicht auszuschließen, dass die SPD nach der Bundestagswahl 2021 doch zu einer Neuauflage der Großen Koalition bereit ist.

Rot-rot-grüne Koalition (SPD + Linke + Grüne)

SPD
000
Linke
000
Grüne
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte rot-rot-grüne Koalition im Bundestag: noch nie vorgekommen

Nach dem Rückzug von Sahra Wagenknecht aus der Partei­führung der Linken gab es neue Spekulationen darüber, ob ein rot-rot-grünes Bündnis nach der nächsten Bundestags­wahl möglich wäre. Wagenknecht wurden oft extreme Positionen nachgesagt, die SPD und Grüne von einem solchen Bündnis abhielten.6, 7

Laut aktuellen Prognosen ist eine rot-rot-grüne Koalition mit 000 von 598 Sitzen möglich. Offen bleibt, ob die inhaltlichen Differenzen zwischen den Parteien überwindbar sind.

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Koalitionen ohne Sitzmehrheit

Rot-grüne Koalition (SPD + Grüne)

SPD
000
Grüne
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte rot-grüne Koalition im Bundestag: 1998–2002, 2002–2005

Fast 23 Jahre ist es her, dass SPD und Grüne erstmals auf Bundes­ebene einen Koalitions­vertrag schlossen. Dass es bei der kommenden Bundestags­wahl erneut dazu kommen wird, ist unwahrscheinlich.

Aktuellen Umfragen zufolge käme ein rot-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2021 auf lediglich 000 von 598 Sitzen. Um dennoch gemeinsam regieren zu können, würden die beiden Parteien einen dritten Bündnispartner benötigten.

Schwarz-grüne Koalition (Union + Grüne)

Union
000
Grüne
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte schwarz-grüne Koalition im Bundestag: noch nie vorgekommen

Mit Hessen und Baden-Württemberg gibt es bereits zwei schwarz-grüne Regierungen auf Landes­ebene. Auch im Bund galt eine schwarz-grüne Koalition lange Zeit als sehr wahrscheinlich.8 Aktuell bekäme sie allerdings mit 000 Sitzen keine Mehrheit.

Beide Seiten signalisieren regelmäßig Bereitschaft für ein solches Bündnis.9 Auch in der Bevölkerung stößt diese Konstellation auf die meisten Sympathien.10 Inhaltlich müssten allerdings noch einige Kompromisse gefunden werden – besonders zwischen CSU und Grünen.

Das Ende des Höhenflugs für Union und Grüne ist haupt­sächlich mit einer abnehmenden Popularität ihrer jeweiligen Kanzler­kandidaten Armin Laschet und Annalena Baerbock zu erklären. Laut einer aktuellen Umfrage halten nur 25 Prozent der Wähler Laschet für einen geeigneten Kandidaten, Baerbock sogar nur 22 Prozent.11

Schwarz-gelbe Koalition (Union + FDP)

Union
000
FDP
000
Restl.
000
50 %
  • Wählerstimmen laut Umfragen: 00,0 %
  • Sitze im Bundestag laut Umfragen: 000 von 598
  • Letzte schwarz-gelbe Koalition im Bundestag: 1961–1966, 1990–1998, 2009–2013

Lange galten Union und FDP als natürliche Koalitions­partner und sind es laut einigen CDU-Politikern auch heute noch.12 Fakt ist, CDU/CSU und FDP stehen sich in einigen Punkten sehr nahe und könnten sich wohl vor allem in der Wirtschafts­politik gut auf Kompromisse einigen.

Wäre eine schwarz-gelbe Koalition laut aktuellen Umfragen rechnerisch möglich, würde sie nach der Bundestags­wahl 2021 auch sehr wahrscheinlich zustande kommen. Mit den aktuell progno­sti­zierten 000 Sitzen fehlen allerdings noch deutlich Stimmen, um diesem Bündnis realis­tische Chancen bei der nächsten Bundestags­wahl einzuräumen.

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Koalitionen mit der AfD: de facto ausgeschlossen

Bisher schließen alle im Bundestag vertretenen Parteien eine Koalition mit der AfD kategorisch aus. Dennoch wird die Frage nach möglichen Koalitionen mit der AfD nach Landtags- oder Bundestags­wahlen sowohl in den Medien als auch von einzelnen Politikern immer wieder aufgegriffen.

Aus offensichtlichen Gründen werden im Folgenden Koalitionen zwischen der AfD und den Grünen / der Linken / der SPD nicht weiter berücksichtigt. Die Möglichkeit einer Koalition zwischen AfD, Union und eventuell FDP wird dagegen häufiger erwähnt; ein solches Bündnis würde allerdings aktuellen Prognosen zufolge rein rechnerisch keine Mehrheit erhalten.

Bundestagswahl - Koalition mit der AfD

Selbst wenn eine Koalition zwischen AfD, Union und FDP nach der Bundestagswahl 2021 rein rechnerisch möglich wäre – was bis zu den starken Verlusten der CDU/CSU in den Umfragen Ende August 2021 der Fall war – haben die Unions­parteien sowie die FDP ein solches Bündnis ausgeschlossen:

  • Der Bundesvorsitzende der FDP und Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag Christian Lindner veröffentlichte als Reaktion zur Thüringer Regierungs­krise im Februar 2020 ein „Statement“, in dem er erklärte: „Mit der AfD kann es keine Kooperation geben.“13
  • Die Unionsfraktion im Bundestag hat bereits 2018 formal beschlossen, weder mit der AfD noch mit der Links­fraktion zusammenzuarbeiten.14
  • Laut dem Bayerischen Minister­präsidenten und CSU-Partei­vorsitzenden Markus Söder dürfen weder CSU noch CDU jemals mit der AfD koalieren: „Das wäre von schwerem Schaden für die gesamte Union.“15
  • Am eindeutigsten positioniert sich die CDU in zahl­reichen Beschlüssen sowie einem Positionspapier16:

„Die CDU Deutschlands lehnt Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammen­arbeit sowohl mit der Links­partei als auch mit der Alternative für Deutschland ab.“

  • Vier Monate vor der Bundestags­wahl lässt CDU-Chef und Kanzler­kandidat der Union Armin Laschet an der Positio­nierung seiner Partei bezüglich der AfD keine Zweifel aufkommen. In einem Interview mit dem Deutschland­funk stellte er mit Blick auf die Landtags­wahl in Sachsen-Anhalt am 6. Juni 2021 klar, dass „mit denen nicht geredet, mit denen nicht kooperiert, mit den nicht koaliert wird“.17

Mehrheit der CDU-Anhänger gegen Zusammenarbeit mit der AfD

Die Abgrenzung der CDU gegenüber der AfD trifft laut Umfragen auf breite Zustimmung: Laut einer im Februar 2020 durchgeführten Umfrage18 befürworten bundesweit 76 Prozent der befragten Wahl­berechtigten die Ablehnung einer Zusammen­arbeit mit der AfD.

Unter Anhängern der CDU findet die Abgrenzung zur AfD eine noch höhere Zustimmung: 83 Prozent begrüßen ein Kooperations­verbot der CDU mit der AfD.

Bundestagswhl 2021 - Umfrage zu einer Koalition zwischen CDU und AfD

Schwarz-blaue Koalition nach der Bundestagswahl unwahrscheinlich

Im Dezember 2020 – etwa neun Monate vor der Bundestagswahl – wurde eine weitere Umfrage durchgeführt,19 die eine mögliche Koalition zwischen Union und AfD auszuschließen scheint. In dieser Umfrage sprechen sich 82 Prozent der Wahlberechtigten und 92 Prozent der befragten Unionsanhänger gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus.

Umfrage

Umfrage zu einer Koalitionen zwischen CDU-CSU (Union) und AfD nach der Bundestagswahl

Text

Mögliche Koalition zwischen Union und AfD nach der Bundestagswahl: Umfrage zur Zusammenarbeit von CDU/CSU und AfD

„Soll sich die CDU/CSU für eine Zusammenarbeit mit der AfD öffnen?“

  • Ja: 14 % (7 %)
  • Nein: 82 % (92 %)

Erste Zahl: befragte Wahlberechtigte, zweite Zahl (in Klammern): Anhänger der CDU/CSU.

Bei den AfD-Anhängern hingegen wünschen sich 82 Prozent eine solche Zusammenarbeit, 13 Prozent wären dagegen (nicht abgebildet).

 

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Umfragen zur Bundestagswahl 2025

Zuletzt aktualisiert: 14.10.2022

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Umfragen zur Bundestagswahl 2021

Folgendes Diagramm zeigt den Durch­schnitt der vier letzten großen Umfragen20 (sogenannte Sonntags­fragen) zur Bundestagswahl 2021.

Umfragen

Bundestagswahl
Bundestagswahl 2025 - Umfragen (Gewinne und Verluste)

Ausgangslage

Bundestagswahl 2025 - Ausgangslage (Ergebnis der Bundestagswahl 2021)

Text

Umfragen zur Bundestagswahl 2025

Sonntagsfrage: „Wenn am nächsten Sonntag Bundestags­wahl wäre, welche der folgenden Parteien würden Sie dann wählen?“

  • CDU/CSU: N/A % (N/A)
  • Bündnis 90/Die Grünen: N/A % (N/A)
  • SPD: N/A % (N/A)
  • AfD: N/A % (N/A)
  • FDP: N/A % (N/A)
  • Die Linke: N/A % (N/A)
  • Sonstige: N/A % (N/A)

„Infratest dimap“-Umfrage vom 13.10.2022, Forsa-Umfrage vom 11.10.2022, INSA-Umfrage vom 10.10.2021, sowie Kantar-Umfrage vom 08.10.2022.

Ergebnis der Bundestagswahl 2021

  • SPD: 25,74 %
  • CDU/CSU: 24,07 %
  • Bündnis 90/Die Grünen: 14,75 %
  • AfD: 11,46 %
  • FDP: 10,34 %
  • Die Linke: 4,89 %
  • Freie Wähler: 8,9 %
  • Sonstige: 5,0 %

Wahlergebnis in Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen. Wahlbeteiligung: 76,2 %.

Ende des Abwärtstrends für die SPD?

Bundestagswahlen

Wahlergebnisse der SPD im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Landtagswahlen

Bundestagswahl - Ergebnisse der SPD bei Landtags- und Bundestagswahlen

Karte

Ergebnis der SPD bei der Bundestagswahl (Karte)

Bei der Bundestagswahl 2021 könnte die SPD laut aktuellen Umfragen N/A Prozent der Wähler­stimmen erhalten und würde damit gegenüber der Bundestags­wahl 2017 N/A Prozent­punkte dazu­gewinnen. Diese Prognose würde einen Umschwung des 20 Jahre währenden Abwärts­trends der SPD bedeuten. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hatte die SPD rund die Hälfte ihrer Wähler verloren.

Die Aussichten der Union bei der Bundestagswahl 2021

Bei der nächsten Bundestagswahl werden laut aktuellen Umfragen21 N/A Prozent der Wähler ihre Stimme für die CDU/CSU abgeben. Dies würde einen Verlust von N/A Prozent­punkten im Vergleich zur letzten Wahl bedeuten. Gegenüber dem Ergebnis aus dem Jahr 2013 würde die Union sogar N/A Prozent­punkte verlieren.

Bundestagswahlen

Wahlergebnisse der Union (CDU und CSU) im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Landtagswahlen

Wahlergebnis der CDU und CSU (Union) bei Landtags- und Bundestagswahlen

Karte

Geographische Verteilung der CDU/CSU-Wähler

Besonders hohe Ergebnisse von über 40 Prozent erhielt die CDU 2017 in Teilen von Nieder­sachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In Bayern konnte die CSU größten­teils hohe Prozent­zahlen erreichen und erhielt insgesamt 38,8 Prozent der Stimmen.

Ergebnis der Unionsparteien (CDU und CSU) bei der Bundestagswahl (Karte)

Wenig Erfolg hingegen hat die Union in weiten Teilen Sachsens und Brandenburgs sowie in einigen Teilen der Bundes­länder Thüringen und Sachsen-Anhalt. Besonders in Sachsen und Sachsen-Anhalt verlor die CDU gegenüber der vorher­gehenden Wahl viele Wähler.

Langfristig betrachtet zeigt sich ein Rückgang an Stimmen für die CDU/CSU. Seit der Wahl 1983 erreichte die Union keine Werte über 45 Prozent mehr. In den letzten 20 Jahren lag die CDU/CSU mit einer Ausnahme stets unter 40 Prozent­punkte. Einzig im Jahr 2013 konnte die Partei 41,5 Prozent der Wähler von sich überzeugen.

Bundestagswahl 2021: Bündnis 90/Die Grünen

Bundestagswahlen

Wahlergebnisse von Bündnis 90-Die Grünen bei Bundestagswahlen

Landtagswahlen

Bundestagswahl - Wahlergebnisse der Grünen bei Landtags- und Bundestagswahlen

Karte

Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl (Karte)

Die Grünen verzeichnen bei der nächsten Bundestags­wahl möglicherweise den stärksten Zuwachs aller Parteien: Sie könnten im Vergleich zur letzten Bundestags­wahl N/A Prozent­punkte hinzu­gewinnen und N/A Prozent der Zweit­stimmen bekommen. Damit würden die Grünen ihr bisher bestes Ergebnis auf Bundes­ebene im Jahr 2009 (10,7 Prozent­punkte) deutlich übertrumpfen.

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Die FDP im Hinblick auf die Bundestagswahl

Bundestagswahlen

Bundestagswahl 2021 – Wahlergebnisse der FDP bei Bundestagswahlen

Landtagswahlen

Die FDP bei der Bundestagswahl und bei Landtagswahlen

Karte

Bundestagswahl, Ergebnis der FDP

Die FDP würde aktuellen Prognosen zufolge unwesentlich besser abschneiden als bei der letzten Bundestags­wahl. Die Liberalen würden demnach N/A Prozent der Zweit­stimmen erhalten – dies bedeutet ein Plus von N/A Prozentpunkten.

Der Abbruch der Jamaika-Koalitions­gespräche zwei Monate nach der Bundestags­wahl 2017 führte zu Verlusten bei den Umfrage­werten, die seitdem nicht mehr zurück­gewonnen werden konnten. Mit Blick auf die nächste Bundestagswahl ist die FDP zudem mit dem Problem konfrontiert, dass Christian Lindner und Wolfgang Kubicki die einzigen wirklich öffentlichkeits­wirksamen Personen der Partei sind.22

Bundestagswahl 2021: die Alternative für Deutschland

Wahlergebnisse

Wahlergebnisse der AfD im Hinblick auf die Bundestagswahl

Karte

Ergebnis der AfD bei der Bundestagswahl

Laut aktuellen Umfragen könnte die Alternative für Deutschland N/A Prozent der Stimmen erreichen, wenn nächsten Sonntag Wahlen wären. Dies entspricht einem Minus von N/A Prozent­punkten im Vergleich zur letzten Bundestags­wahl im Jahr 2017.

Die weiterhin starken Umfrage­ergebnisse könnten damit zusammen­hängen, dass die Zuwanderung, eines der Kern­themen der AfD, in der öffentlichen Wahrnehmung nach wie vor als sehr wichtiges Problem eingeschätzt wird.23

Bundestagswahl 2021: DIE LINKE.

Bundestagswahlen

Wahlergebnisse der Partei DIE LINKE im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Landtagswahlen

Die Linke - Wahlergebnisse bei Landtagswahlen und Bundestagswahlen

Karte

Bundestagswahl, Ergebnis der Partei 'Die Linke'

Die Linke (Eigenschreib­weise: DIE LINKE.) bekäme laut aktuellen Umfragen N/A Prozent der Wähler­stimmen. Sie würde damit N/A Prozent­punkte schlechter als bei der letzten Bundestags­wahl und N/A Prozent­punkte schlechter als bei ihrem historisch guten Ergebnis von 2009 abschneiden.

Die seit Jahren andauernden Macht- und Flügel­kämpfe könnten ein Grund für die stagnierenden Umfrage­ergebnisse sein.24

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Entwicklung der Umfragewerte vor der Bundestagswahl

Die seit der vergangenen Bundestags­wahl stark schwankenden Umfrage­werte der einzelnen Parteien spiegeln die letzten vier ereignis­reichen Jahre wider. So erlebten die Grünen dank der Popularität der Klima­bewegung „Fridays for Future“ im Sommer 2019 ein nie dagewesenes Umfrage­hoch und konnten in den Umfragen von Forsa, “Infratest dimap“, INSA und Kantar (Emnid) erstmals die Union vom ersten Platz verdrängen.

Dieser Aufwärtstrend endete allerdings abrupt, als sich im März 2020 das Corona­virus in Deutschland ausbreitete. Deutlicher Gewinner der Corona-Krise war die Union, die in manchen Umfragen im Frühling 2020 bis zu zehn Prozent­punkte hinzu­gewinnen konnte.

Die Grünen verloren im gleichen Zeitraum circa fünf Prozent­punkte. SPD, AfD, Linke und FDP verloren 2020 zwar kaum an Zustimmung, konnten jedoch auch nicht zulegen.

12 Monate

Bundestagswahl 2021 - Entwicklung der Umfragewerte bei Umfragen vor der Wahl

2017–2021

Bundestagswahl-Umfragen - Entwicklung der Umfragewerte vor der Bundestagswahl

Der Höhenflug der Union dauerte noch das ganze Jahr 2020 an. Mit dem Jahres­wechsel und dem Beginn des Bundestags­wahlkampfs änderten sich die Umfrage­werte wieder stärker. Durch die sogenannte Masken­affäre erlitt die Union einen enormen Image­verlust. Zusätzlich sorgte der öffentlich ausgetragene Macht­kampf zwischen Armin Laschet und Markus Söder um die Kanzler­kandidatur der Union für Negativschlagzeilen.

Die Grünen konnten im Mai 2021 wieder deutlich zulegen und erreichten in Umfragen im Durch­schnitt 24,4 Prozent. Kurz zuvor hatte die Partei Annalena Baerbock als ihre Kanzler­kandidatin ernannt.

Auch die FDP ist im Aufschwung und schafft es in aktuellen Umfragen zum ersten Mal seit Jahren wieder in den zweistelligen Bereich.

Berücksichtigung des Nichtwähler­anteils bei der Darstellung von Wahlumfragen

Bei der allgemein akzeptierten Darstellung von Wahl­umfragen und Wahl­ergebnissen wird die Wahl­beteiligung nicht berück­sichtigt: Die für eine Partei abgegebenen Stimmen werden im Verhältnis zu der Zahl der abgegebenen gültigen Zweit­stimmen berechnet. Die Nichtwähler sowie die ungültigen Stimmen (darunter auch die Leer­stimmen) werden einfach ignoriert.

Es besteht jedoch die Möglichkeit, die für eine Partei abgegebenen Stimmen in Relation zu der Zahl der Wahl­berechtigten zu setzen – und nicht in Relation zu den abgegebenen gültigen Zweitstimmen.

Bei der folgenden Darstellung wird der Nichtwähler­anteil (bei einer fiktiven Wahl­beteiligung von 75,0 Prozent) auf die Umfrage­ergebnisse einer aktuellen Forsa-Sonntags­frage25 projiziert. Dadurch wird klar, dass die Anzahl der Nicht­wähler tatsächlich zweimal höher ist als zum Beispiel die Anzahl der Wähler von Bündnis 90/Die Grünen.

Diagramm

Wahlumfragen zur Bundestagswahl (mit Berücksichtigung der Wahlbeteiligung)

Ausgangslage

Nächste Bundestagswahl - Wahlumfragen (Ausgangslage)

Text

Umfrage zur Bundestagswahl 2021: Projektion mit Berück­sichtigung der Nichtwähler

  • Nichtwähler: 25,0 %
  • SPD: 18,8 %
  • CDU/CSU: 16,5 %
  • Bündnis 90/Die Grünen: 12,8 %
  • FDP: 8,3 %
  • AfD: 8,3 %
  • Die Linke: 4,5 %
  • Sonstige: 6,0 %

Zweitstimmenanteil von allen Wahl­berechtigten bei 75,0 Prozent Wahl­beteiligung. Als Grundlage für die Projektion dient die Forsa-Umfrage vom 21.09.2021 mit 2502 Befragten. Projektion/Diagramm: www.bundestagswahl-2021.de

Umfragen zur Direktwahl des Bundeskanzlers

Bei der Bundeskanzlerwahl stimmt der Bundestag über einen vom Bundes­präsidenten vorgeschla­genen Bundes­kanzler­kandidaten ab.

Die Bundesbürger nehmen an der Bundes­kanzler­wahl nicht direkt teil: Wahl­berechtigt sind die von ihnen gewählten Bundestags­abgeordneten. Dennoch führen Umfrage­institute regelmäßig Befragungen über eine hypothe­tische Direktwahl des Bundes­kanzlers durch.

Umfrage 1

Umfrage zur Direktwahl der Kandidaten bei der Bundestagswahl (Söder vs Laschet vs Baerbock vs Scholz), Forsa

2

Bundestagswahl - Wer wird Bundeskanzler - Scholz oder Laschet oder Baerbock

3

Umfrage zur Direktwahl der Kandidaten bei der Bundestagswahl (Laschet vs Söder, Baerbock, Scholz), Forsa

4

Umfrage Direktwahl der Kandidaten zur Bundestagswahl (Baerbock, Scholz, Laschet)

5

Umfrage zur Direktwahl der Kanzlers bei der Bundestagswahl (Scholz vs Baerbock vs Laschet), ARD, Forschungsgruppe Wahlen

6

Umfrage zur Direktwahl von Kanzlerkandidaten bei der Bundestagswahl 2021 (Infratest dimap, ARD)

Text

Umfrage 1: Umfrage zur Direktwahl des Bundes­kanzlers bei der Bundestagswahl 2021

Mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat der CDU/CSU:
  • Keiner / weiß nicht: 43 %
  • Olaf Scholz: 28 %
  • Annalena Baerbock: 16 %
  • Armin Laschet: 13 %
Mit Markus Söder als Kanzlerkandidat der CDU/CSU:
  • Markus Söder: 39 %
  • Keiner / weiß nicht: 24 %
  • Olaf Scholz: 22 %
  • Annalena Baerbock: 15 %

Quelle: Forsa-Umfrage vom 24.09.2021 mit 2002 befragten Wahl­berechtigten im Auftrag der Medien­gruppe RTL („RTL/ntv Trend­barometer“). Erhebungs­zeitraum: 20. bis 23. September 2021. Fehler­grenze: ± 2,5 Prozent­punkte.

Umfrage 2

Fragestellung: „Wen hätten Sie am liebsten als Bundeskanzler/-in?“

  • Olaf Scholz: 47 %
  • Armin Laschet: 20 %
  • Annalena Baerbock: 16 %
  • Weiß nicht: 17 %

Quelle: „Forschungsgruppe Wahlen“-Umfrage vom 23.09.2021 mit 1273 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten im Auftrag des ZDF („ZDF-Politbarometer“). Erhebungs­zeitraum: 22. und 23. September 2021.

Umfrage 3

Mit Armin Laschet als Kanzlerkandidat der CDU/CSU:
  • Keiner / weiß nicht: 41 %
  • Olaf Scholz: 29 %
  • Annalena Baerbock: 16 %
  • Armin Laschet: 14 %
Mit Markus Söder als Kanzlerkandidat der CDU/CSU:
  • Markus Söder: 38 %
  • Keiner / weiß nicht: 24 %
  • Olaf Scholz: 23 %
  • Annalena Baerbock: 15 %

Quelle: Forsa-Umfrage vom 21.09.2021 mit 2502 befragten Wahl­berechtigten im Auftrag der Medien­gruppe RTL („RTL/ntv Trend­barometer“). Erhebungs­zeitraum: 14. bis 20. September 2021. Fehler­grenze: ± 2,5 Prozent­punkte.

Umfrage 4

Fragestellung: „Angenommen, Sie könnten den Bundes­kanzler bzw. die Bundes­kanzlerin direkt wählen und hätten die Wahl zwischen Armin Laschet von der CDU, Annalena Baerbock von den Grünen und Olaf Scholz von der SPD: Für wen würden Sie sich entscheiden?“

  • Olaf Scholz: 31 %
  • Annalena Baerbock: 12 %
  • Armin Laschet: 12 %
  • Keinen / Weiß nicht / keine Angabe: 45 %

Quelle: INSA-Umfrage vom 18.09.2021 im Auftrag der „Bild am Sonntag“.

Umfrage 5

  • Olaf Scholz: 48 %
  • Armin Laschet: 22 %
  • Annalena Baerbock: 15 %
  • Weiß nicht: 15 %

Quelle: „Forschungsgruppe Wahlen“-Umfrage vom 17.09.2021 mit 1406 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten im Auftrag des ZDF („ZDF-Politbarometer“). Erhebungs­zeitraum: 14. bis 16. September 2021.

Umfrage 6

Fragestellung: „Wenn man den Bundes­kanzler oder die Bundes­kanzlerin direkt wählen könnte, für wen würden Sie sich entscheiden?“

  • Olaf Scholz: 40 %
  • Armin Laschet: 19 %
  • Annalena Baerbock: 13 %
  • Weiß nicht / keine Angabe: 28 %

„Infratest dimap“-Umfrage vom 16.09.2021 mit 1512 zufällig ausgewählten Wahl­berechtigten im Auftrag der ARD („ARD-DeutschlandTrend“). Erhebungs­zeitraum: 13. bis 15. September 2021. Diagramm: www.bundestagswahl-2021.de

Bei den meisten Wahlforschungs­instituten werden bei den Umfragen zur (fiktiven) Direktwahl des Bundes­kanzlers / der Bundes­kanzlerin nur die drei Kandidaten Olaf Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock berück­sichtigt. Mit der Überschrift „Wäre Söder der bessere Kandidat?“ bezieht Forsa im Auftrag der Medien­gruppe RTL gelegentlich CSU-Chef Markus Söder in die Sonntagsfrage mit ein.

Kanzlerfrage: Umfragen mit mehr als drei Spitzenkandidaten

Als einziges Meinungs­forschungs­institut berücksichtigt YouGov in seinen letzten Umfragen zur Bundestagswahl die Spitzenkan­didaten aller etablierten Parteien – mit der Ausnahme von Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Umfrage 1

Bundestagswahl 2021 - Umfrage zur Wahl des Kanzlers mit den Spitzenkandidaten der Parteien (YouGov)

2

Bundestagswahl 2021 - Umfrage zur Wahl des Bundeskanzlers mit allen Kandidaten (YouGov)

Text

Sonntagsfrage: Kanzler-Direktwahl

Fragestellung: „Wenn die folgenden Poltiker*innen zur Wahl als Bundeskanzler*in stünden: Wem würden Sie Ihre Stimme geben?“

  • Olaf Scholz: 25 %
  • Christian Lindner: 11 %
  • Annalena Baerbock: 10 %
  • Armin Laschet: 9 %
  • Alice Weidel: 7 %
  • Dietmar Bartsch: 2 %
  • Tino Chrupalla: 1 %
  • Janine Wissler: 1 %
  • Keiner/m von ihnen: 21 %
  • Weiß nicht / keine Angabe: 12 %

Quelle: YouGov-Umfrage vom 23.09.2021 mit 2364 Befragten. Erhebungs­zeitraum: 16. bis 22. September 2021.

Bundestagswahl 2021: Sitzverteilung im Bundestag

Der Bundestag setzt sich regulär aus 598 Mitgliedern zusammen (ohne Über­hang­- und Aus­gleichs­man­date). Die Sitz­zuteilung erfolgt nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren.26 Demnach ergäbe sich laut Umfragen folgende Sitz­verteilung im Bundestag:

Umfragen

Bundestagswahl - Sitzverteilung im Bundestag (Prognose/Projektion, basiert auf Umfragen)

Ausgangslage

Ausgangslage bei der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag (Anfang der Legislaturperiode 2017–2021)

Text

Sitzverteilung im 20. Deutschen Bundestag laut Umfragen zur Bundestagswahl 2021

  • SPD: N/A Sitze
  • CDU/CSU: N/A Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: N/A Sitze
  • FDP: N/A Sitze
  • AfD: N/A Sitze
  • Die Linke: N/A Sitze

Berücksichtigte Umfragen: siehe Fußnote 1. Stand: N/A

Sitzverteilung im 19. Deutschen Bundestag (nach der Bundestagswahl 2017)

  • CDU/CSU: 246 Sitze
  • SPD: 153 Sitze
  • AfD: 94 Sitze
  • FDP: 80 Sitze
  • Die Linke: 69 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 67 Sitze

In der Praxis ist die Anzahl der Abgeordneten wegen Überhang- und Ausgleichs­mandaten27 deutlich höher: Zu Beginn der Legislatur­periode 2017–2021 hatte der 19. Bundestag 709 Abgeordnete.

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Nächste Bundestagswahl: Umfragen zu den Kleinparteien

Piraten und Freie Wähler wurden früher bei Umfragen berücksichtigt

Die großen Umfrageinstitute berücksichtigen derzeit keine Klein­parteien bei den „Sonntags­fragen“ zur Bundestagswahl. Dies ist nicht immer der Fall gewesen: Im Vorfeld der Bundestags­wahl 2013 wurde die Piraten­partei anderthalb Jahre lang bei fast allen Umfragen berück­sichtigt, die Piraten bekamen beim End­ergebnis 2,2 Prozent der Zweitstimmen (beinahe eine Million Stimmen).

Nächste Bundestagswahl - Kleinparteien (Ausgangslage)

Auch die Freien Wähler (FW) wurden vor der Bundestags­wahl 2013 in Umfragen mitberücksichtigt, allerdings nur von den Umfrage­instituten GMS und INSA (damals von YouGov Deutschland durch­geführt), ab etwa 14 Monaten vor der Wahl. Beim End­ergebnis lagen die Freien Wähler bei 1,0 Prozent (424.977 Zweitstimmen).

Umfragen vor den Bundestagswahlen 2017 und 2021 ohne Kleinparteien

Nach der Bundestagswahl 2013 wurden Piraten, Freie Wähler sowie weitere Klein­parteien in den meisten Umfragen nicht mehr berück­sichtigt – auch hier mit Ausnahme der Umfrage­institute GMS und INSA, die Piraten und FW bis Mitte 2015 in ihren Umfrage­ergebnissen aufführten.

Dass bei telefonischen Umfragen, wie sie die meisten Umfrage­institute vornehmen, wie auch bei persönlichen mündlichen Befragungen (Institut für Demoskopie Allensbach) das Mit­einbeziehen von Klein­parteien mit einem höheren Aufwand und Mehrkosten verbunden ist, kann als ein plausibler Grund für das Aus­schließen der Klein­parteien aus den Umfragen angesehen werden.

Wie begründen die Umfrage­institute selbst den Ausschluss der Klein­parteien bei den Umfragen?

Die Erklärung der Umfrage­institute selbst ist eine andere. Das Institut Infratest Dimap, das seit Jahrzehnten Wahl­forschung im Rahmen der ARD-Wahl­bericht­erstattung betreibt, begründet den Ausschluss der Klein­parteien von Wahl­umfragen mit Problemen bei der Genauigkeit.28

Die Ergebnisse würden generell bei allen Parteien auf ganze Prozent­werte gerundet, um falsche Erwartungen an die Präzision zu vermeiden. Diese Rundung verfälsche das Ergebnis bei Parteien unter drei Prozent derart, dass diese bei der Sonntags­frage nicht ausgewiesen werden.

Die Begründung der Forschungsgruppe Wahlen, die mit dem ZDF zusammen­arbeitet, lautet ähnlich: Der Ausschluss der kleinen Parteien habe methodische Gründe. Der unvermeid­liche statistische Fehler­bereich sei relativ gesehen bei niedrigeren Anteils­werten größer als bei höheren.

Für die kleinsten Parteien hätten die Fehler­bereiche so große Auswirkungen, dass für sie keine verlässlichen und seriösen Aussagen möglich seien. In den Projektionen der Forschungs­gruppe Wahlen werden daher Parteien erst dann einzeln aufgeführt, wenn sie mindestens drei Prozent erreichen könnten.29

Kleinere Parteien unberücksichtigt: eine politisch motivierte Entscheidung?

Bei Online-Umfragen (INSA und YouGov) ist der Kosten­faktor der Befragung zusätzlicher Parteien hingegen als sehr gering ein­zuschätzen. Die Frage einer politisch motivierten Entscheidung, Klein­parteien aus­zuschließen, kann hier also gestellt werden. Umso mehr, als in anderen europäischen Ländern (z. B. Spanien, Polen) Klein­parteien oder aussichts­schwache Präsidentschafts­kandidaten (z. B. in Frankreich) in Umfragen tatsächlich berücksichtigt werden.

Kleinparteien in Umfragen: das Beispiel Europawahl

Dass Kleinparteien auch in Sonntags­fragen zur Bundestags­wahl einbezogen werden könnten, hat die Europawahl 2019 gezeigt. In den vom Umfrage­institut INSA im Auftrag der BILD durch­geführten Umfragen traten neben Freien Wählern und Piraten auch „die PARTEI“ sowie die Tierschutzpartei auf.

Bundestagswahl - Umfragewerte der Kleinparteien

Diese vier Parteien konnten nach der Wahl dank der nicht vorhandenen Sperrklausel ein bis zwei Abgeordnete ins Europa­parlament schicken. Auch die ÖDP, die Familienpartei sowie die Partei „Volt“ konnten ins Parlament einziehen – allerdings ohne die Hilfe einer erhöhten Medien­präsenz durch eine Erscheinung in Wahlumfragen.

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Bundestagswahl 2021: Ergebnis

Zuletzt aktualisiert: 21.10.2021

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Vorläufiges amtliches Ergebnis

Der Bundeswahlleiter hat am 27. September 2021 um 06:00 Uhr das vorläufige Ergebnis der Bundestagswahl bekannt gegeben.30

Es gibt keine einheit­liche Bezeichnung für das vorläufige Ergebnis: Während der Bundes­wahl­leiter systema­tisch den Begriff vorläufiges Wahl­ergebnis benutzt, werden an anderen Stellen folgende Bezeichnungen verwendet:

  • Vorläufiges amtliches Ergebnis / Vorläufiges amtliches Wahl­ergebnis: wahlrecht.de, Spiegel Online, Zeit Online …
  • Vorläufiges amtliches Endergebnis: Frankfurter Allgemeine, Bild, Süddeutsche Zeitung …

Diese Begriffe beziehen sich jedoch immer auf das vorläufige Wahl­ergebnis des Bundes­wahl­leiters. Das endgültige Wahl­ergebnis wird erst circa drei Wochen nach dem Wahltag veröffentlicht.

Vorläufiges Ergebnis

Bundestagswahl 2021 - Ergebnis (Vorläufiges Wahlergebnis)
Bundestagswahl 2021 - Wahlergebnis (Vorläufiges amtliches Ergebnis)
Bundestagswahl 2021 - Ergebnis (Sitzverteilung)

Text

Bundestagswahl 2021: Vorläufiges Ergebnis

  • SPD: 25,74 % (+ 5,2)
  • CDU/CSU: 24,07 % (− 8,8)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 14,75 % (+ 6,4)
  • FDP: 11,45 % (+ 0,8)
  • AfD: 10,35 % (− 2,3)
  • Die Linke: 4,89 % (− 4,3)
  • Freie Wähler: 2,43 % (+ 1,4)
  • Sonstige: 6,32 % (+ 1,2)

Wahlbeteiligung: 76,6 %

Sitzverteilung im Bundestag laut vorläufigem Ergebnis der Bundestagswahl 2021

  • SPD: 206 Sitze (+ 53)
  • CDU/CSU: 196 Sitze (− 50), darunter CDU 151 Sitze, CSU 45 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 118 Sitze (+ 51)
  • FDP: 92 Sitze (+ 12)
  • AfD: 83 Sitze (− 11)
  • Die Linke: 39 Sitze (− 30)
  • SSW (Südschleswigscher Wähler­verband): 1 Sitz (+ 1)

Quelle: Der Bundeswahlleiter

Wahlergebnisse der etablierten Parteien bei Bundestagswahlen

Bundestagswahl 2021 - Wahlergebnisse der Parteien

Wahlergebnis: neue Darstellung

Bei der Bundestagswahl 2021 bekamen die sieben größten Parteien (SPD, CDU, Grüne, FDP, AfD, CSU und Linke) zusammen 91,3 Prozent der Zweit­stimmen. Drei kleinere Parteien erhielten jeweils mehr als ein Prozent der Zweitstimmen:

  • Für die Freien Wähler stimmten ganze 1,13 Millionen Wähler­innen und Wähler – das entspricht 2,43 Prozent aller Zweitstimmen.
  • Die Tierschutzpartei erhielt 0,68 Millionen Zweitstimmen (1,45 %).
  • Die Partei dieBasis, die zum ersten Mal an einer Bundestags­wahl teilnahm, bekam auf Anhieb 0,63 Millionen Zweitstimmen (1,36 %).

Ergebnis der Bundestagswahl 2021 (Endgültiges Wahlergebnis)

Bundestagswahl 2021: Ergebnis der Kleinparteien

Wahlergebnis Teil 2 – Kleinparteien

Bundestagswahl 2021 - Ergebnis (Teil 2, Kleinparteien u. a. Die PARTEI, Team Todenhöfer, Piraten, Volt, ÖDP)

Text

Bundestagswahl 2021: Ergebnis der Kleinparteien

Parteien mit einem Wahl­ergebnis zwischen 1,0 % und 0,1 % der Zweitstimmen:

  • Die PARTEI: 461.487 Stimmen | 0,99 %
  • Team Todenhöfer: 214.281 Stimmen | 0,46 %
  • Piratenpartei: 169.889 Stimmen | 0,37 %
  • Volt Deutschland: 165.153 Stimmen | 0,36 %
  • Ökologisch-Demokra­tische Partei (ÖDP): 112.351 Stimmen | 0,24 %
  • Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD): 64.608 Stimmen | 0,14 %
  • Südschleswigscher Wähler­verband (SSW): 55.330 Stimmen | 0,12 %
  • Partei für Gesundheits­forschung: 49.331 Stimmen | 0,11 %
  • Die Humanisten: 47.838 Stimmen | 0,10 %

Quelle: Der Bundeswahlleiter (vorläufiges amtliches Endergebnis)

Wahlergebnis Teil 3

Bundestagswahl 2021 - Ergebnis Teil 3 - Wahlergebnis Kleinparteien (u. a. Bündnis C, Bayernpartei, V-Partei3)

Text

Bundestagswahl 2021: Ergebnis Teil 3 (Kleinstparteien)

Parteien mit einem Wahlergebnis zwischen 0,1 % und 0,02 % der Zweitstimmen:

  • Bündnis C – Christen für Deutschland: 40.126 Stimmen | 0,086 %
  • Bayernpartei: 32.901 Stimmen | 0,071 %
  • V-Partei³: 31.966 Stimmen | 0,069 %
  • Unabhängige für bürger­nahe Demokratie: 22.770 Stimmen | 0,049 %
  • Die Grauen – Für alle Generationen: 19.382 Stimmen | 0,042 %
  • Marxistisch-Leninis­tische Partei Deutschlands (MLPD): 17.994 Stimmen | 0,039 %
  • Die Urbane. (du.): 17.861 Stimmen | 0,038 %
  • Deutsche Kommunistische Partei (DKP): 15.158 Stimmen | 0,033 %
  • Allianz für Menschenrechte, Tier- und Natur­schutz (Tierschutz­allianz): 13.686 Stimmen | 0,029 %
  • Europäische Partei Liebe (Liebe): 12.946 Stimmen | 0,028 %
  • Liberal-Konservative Reformer (LKR): 11.184 Stimmen | 0,024 %

Mögliche Koalitionen

Bundestagswahl 2021 - Möglichen Koalitionen laut Endergebnis (Vorläufiges Ergebnis)

Mehr zum Thema |Mögliche Koalitionen nach der Bundestagswahl

Scholz oder Laschet: Wer wird Bundeskanzler?

Das vorläufige Ergebnis der Wahl steht fest. Wer das Kanzler­amt von Angela Merkel über­nehmen wird, ist allerdings noch nicht entschieden. Denn die Union erhebt trotz ihrer historischen Niederlage den Anspruch auf die Regierungs­führung, obwohl die SPD bei der Bundestags­wahl stärkste Partei wurde.

Wer wird Kanzler, Laschet oder Scholz? Bundestagswahl 2021

Wer Bundeskanzler wird, hängt von den Koalitionsverhandlungen ab

Foto A. Laschet: Steffen Prößdorf. Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Foto O. Scholz: Dirk Vorderstraße. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

So warben sowohl SPD-Kanzler­kandidat Olaf Scholz als auch Unions-Kanzler­kandidat Armin Laschet bereits in der Berliner Runde am Abend der Wahl um die Gunst von FDP und Grünen. Diese deuteten in der Runde allerdings an, sich zuerst untereinander besprechen zu wollen, um „einen gemein­samen Grund“ zu finden, wie FDP-Spitzen­kandidat Christian Lindner es formulierte.

Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen

Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen

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Bundestagswahl 2021: Hochrechnungen und Prognosen

Die Prognosen der Wahl­forschungs­institute Infratest dimap und Forschungs­gruppe Wahlen im Auftrag von ARD und ZDF werden um 18 Uhr nach dem Schließen der Wahl­lokale veröffentlicht.

Diese Prognosen basieren auf Wahltags­befragungen oder „Exit Polls“: Wähler werden beim Verlassen des Wahl­lokals durch Interviewer nach ihrer Stimm­abgabe befragt. Bei der letzten Bundestagswahl wurde nur eine Prognose pro Sender bekannt gegeben. Kurz nach 18 Uhr werden bereits die ersten Hoch­rechnungen verfügbar sein.

Hochrechnungen beruhen – im Gegensatz zu den Prognosen – auf ersten Wahl­ergebnissen ausgewählter Wahl­bezirke. Ab frühestens 18.10 Uhr werden mehrmals pro Stunde aktuelle, immer präzisere, Hoch­rechnungen präsentiert.

Die letzten Hochrechnungen um Mitter­nacht kommen dem einige Stunden später verkün­deten vorläufigen Ergebnis schon sehr nah und unter­scheiden sich in der Regel nur noch um maximal eine Dezimal­stelle (± 0,1 Prozentpunkte).

Hochrechnungen

Bundestagswahl 2021 - Hochrechnungen
Bundestagswahl 2021 - Hochrechnungen (Mittelwerte)
Bundestagswahl 2021 - Hochrechnung (Sitzverteilung)
Bundestagswahl 2021 - Hochrechnung der Möglichen Koalitionen

Prognosen

Bundestagswahl 2021 - Prognose
Bundestagswahl 2021 - Prognose (ARD und ZDF im Durchschnitt)
Bundestagswahl 2021 - Prognose der Sitzverteilung (ZDF)
Bundestagswahl 2021 - Prognose Mögliche Koalitionen

Text

Hochrechnungen zur Bundestagswahl 2021

Mittelwerte der folgenden Hochrechnungen: ARD (Infratest dimap) vom 26.09.2021 um 23:36 Uhr und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) vom 26.09.2021 um 23:39 Uhr.

  • SPD: 25,9 % (+ 5,4)
  • CDU/CSU: 24,2 % (− 8,8)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 14,5 % (+ 6,0)
  • FDP: 11,5 % (+ 0,8)
  • AfD: 10,6 % (− 2,0)
  • Die Linke: 5,0 % (− 4,2)
  • Freie Wähler: –,- %
  • Sonstige: 8,5 % (+ 3,5)

Wahlbeteiligung: 76,0 % (Prognose ARD) | 78,0 % (Prognose ZDF)

Sitzverteilung im Bundestag: Hochrechnung

  • SPD: 210 Sitze
  • CDU: 195 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 116 Sitze
  • FDP: 93 Sitze
  • AfD: 86 Sitze
  • Die Linke: 40 Sitze

Sitzverteilung laut Hochrechnung des ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) vom 26.09.2021 um 23:39 Uhr.

Prognosen zur Bundestagswahl 2021

Mittelwerte der folgenden Prognosen: ARD (Infratest dimap) vom 26.09.2021 um 18:00 Uhr und ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) vom 26.09.2021 um 18:00 Uhr.

  • SPD: 25,5 %
  • CDU/CSU: 24,5 %
  • Bündnis 90/Die Grünen: 14,8 %
  • FDP: 11,5 %
  • AfD: 10,5 %
  • Die Linke: 5,0 %
  • Sonstige: 8,3 %

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Landtagswahlen 2021 und 2022

2021 und 2022 finden in neun Bundesländern Landtagswahlen statt – die Wahlen in diesen beiden Jahren betreffen mehr als drei Viertel der gesamt­deutschen Bevölkerung (63,1 Millionen Einwohner).

Im Superwahljahr 2021 findet außer den Landtagswahlen die Bundestagswahl statt, im Jahr 2022 die Bundespräsidentenwahl. Der amtierende Präsident Frank-Walter Stein­meier hat sich bereits um eine zweite Amtszeit beworben.

Informationen über Landtagswahlen, die zwischen 2017 und 2020 stattgefunden haben, finden Sie am Ende des Artikels.

Landtagswahlen 2021

Im Superwahljahr 2021 finden bzw. fanden in fünf Bundes­ländern Landtagswahlen statt. Insgesamt wohnen in diesen Ländern 22,7 Millionen Menschen – die Wahlen betreffen also etwa ein Drittel der Bevöl­kerung.

Zusätzlich zu den Landtagswahlen findet am 26. September 2021 die Wahl zum 20. Deutschen Bundestag (Bundestagswahl 2021) statt.

Landtagswahlen 2021

Berlin: Wahl zum Abgeordnetenhaus am 26. September 2021

  • Der Stadtstaat Berlin ist Bundesland und Kommune in einem und liegt auf Platz acht der bevölkerungs­reichsten Bundes­länder
  • 3,7 Millionen Einwohner,31 4,4 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 2,5 Millionen (2016)32
  • Regierung vor der Wahl 2021: rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linken und Grünen
  • Regierung nach der Wahl 2021: noch offen
  • Regierender Bürgermeister: Michael Müller, SPD (seit 2014, als Nachfolger von Klaus Wowereit)
  • Hashtags für Twitter: #aghw, #ltwbe. Siehe auch: Wahlen.info auf Twitter

Mecklenburg-Vorpommern: Landtagswahl am 26. September 2021

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das drittkleinste Bundesland und das kleinste der fünf neuen Bundesländer
  • 1,6 Millionen Einwohner, 1,9 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 1,3 Millionen (2016)33
  • Regierung vor der Landtagswahl 2021: rot-schwarze Koalition aus SPD und CDU
  • Regierung nach der Landtagswahl 2021: noch offen
  • Ministerpräsidentin: Manuela Schwesig, SPD (seit 2017, als Nachfolgerin von Erwin Sellering)
  • Hashtag für Twitter: #ltwmv. Siehe auch: Wahlen.info auf Twitter

Sachsen-Anhalt: Landtagswahl vom 6. Juni 2021

  • Sachsen-Anhalt belegt auf der Liste der bevölkerungsreichsten Bundesländer den elften Platz
  • 2,2 Millionen Einwohner, 2,6 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 1,8 Millionen34
  • Regierung vor der Landtagswahl 2021: eine Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen
  • Regierung nach der Landtagswahl 2021: Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP
  • Ministerpräsident: Reiner Haseloff, CDU (seit 2011)

Baden-Württemberg: Landtagswahl vom 14. März 2021

  • Gemessen an der Einwohner­zahl ist Baden-Württemberg das dritt­größte Bundesland
  • 11,1 Millionen Einwohner, 13,4 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 7,7 Millionen35
  • Regierung vor der Landtagswahl 2021: grün-schwarze Koalition aus Grünen und CDU
  • Regierung nach der Landtagswahl 2021: grün-schwarze Koalition aus Grünen und CDU
  • Ministerpräsident: Winfried Kretschmann, Grüne (seit 2011)
  • → Landtagswahl in Baden-Württemberg 2021

Rheinland-Pfalz: Landtagswahl vom 14. März 2021

  • Rheinland-Pfalz belegt auf der Liste der bevölkerungsreichsten Bundesländer den sechsten Platz
  • 4,1 Millionen Einwohner, 4,9 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 3,0 Millionen36
  • Regierung vor der Landtagswahl 2021: rot-grün-gelbe Koalition aus SPD, Grünen und FDP
  • Regierung nach der Landtagswahl 2021: rot-grün-gelbe Koalition aus SPD, Grünen und FDP
  • Ministerpräsidentin: Malu Dreyer, SPD (seit 2013)
  • → Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2021

Landtagswahlen 2022

Nach dem Super­wahljahr 2021 stehen in Deutschland weitere Landtagswahlen an: 2022 finden in vier Bundesländern Wahlen statt – darunter auch im bevölkerungs­reichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Bei den Wahlen im Jahr 2022 wird die landes­politische Zukunft von 29,8 Millionen Einwohnern bestimmt – von mehr als einem Drittel (35,9 %) der deutschen Bevölkerung. Außerdem wird Anfang 2022 ein neuer Bundes­präsident oder eine neue Bundes­präsidentin gewählt.

Landtagswahlen 2022

Saarland: Landtagswahl am 27. März 2022

  • Das Saarland ist das zweitkleinste Bundesland Deutschlands
  • 1,0 Millionen Einwohner, 1,2 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 0,8 Millionen (2017)37
  • Regierung vor der Landtagswahl 2022: Große Koalition aus CDU und SPD (zusammen 41 von 51 Sitzen im Landtag)
  • Ministerpräsident: Tobias Hans, CDU (seit 2018, als Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer)
  • Hashtag für Twitter: #ltwsl. Siehe auch: Wahlen.info auf Twitter

Schleswig-Holstein: Landtagswahl am 8. Mai 2022 (voraussichtlicher Termin)

  • Das Bundesland Schleswig-Holstein reiht sich auf der Liste der bevölkerungsreichsten Länder hinter dem Stadtstaat Berlin ein
  • 2,9 Millionen Einwohner (3,5 Prozent der deutschen Bevölkerung)
  • Wahlberechtigte: 2,3 Millionen (2017)38
  • Regierung vor der Landtagswahl 2022: eine schwarz-grün-gelbe Koalition aus CDU, Grünen und FDP
  • Ministerpräsident: Daniel Günther, CDU (seit 2017)
  • Hashtag für Twitter: #ltwsh

Nordrhein-Westfalen: Landtagswahl am 15. Mai 2022

  • Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungs­reichste Bundesland Deutschlands
  • 17,9 Millionen Einwohner, 21,6 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 13,2 Millionen (2017)39
  • Regierung vor der Landtagswahl 2022: eine schwarz-gelbe Koalition aus CDU und FDP
  • Ministerpräsident: Armin Laschet, CDU (seit 2017)
  • Hashtag für Twitter: #ltwnrw. Siehe auch: Wahlen.info auf Twitter

Niedersachsen: Landtagswahl im Herbst 2022 (genauer Wahltermin steht noch nicht fest)

  • Niedersachsen ist an der Bevölkerung gemessen das viert­größte Bundes­land nach Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg
  • 8,0 Millionen Einwohner, 9,6 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Wahlberechtigte: 6,1 Millionen40
  • Regierung vor der Landtagswahl 2022: Große Koalition aus SPD und CDU
  • Ministerpräsident: Stephan Weil, SPD (seit 2013)
  • Hashtags für Twitter: #ltwnds, #ltwni

Landtagswahlen 2020

Im Jahr 2020 fand nur eine einzige Wahl statt: die Bürger­schaftswahl in Hamburg. Stärkste Kraft wurde die SPD mit 39,2 Prozent der Stimmen. Die AfD schaffte den Einzug ins Parlament mit 5,3 Prozent der Stimmen nur knapp, die FDP scheiterte mit 4,97 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Landtagswahl in Hamburg (Rathaus Hamburg)

Das Hamburger Rathaus, Sitz der Hamburgischen Bürgerschaft

Foto: Mark Michaelis. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY 2.0

Hamburg: Bürgerschaftswahl vom 23. Februar 2020

  • Der Stadtstaat Hamburg ist Bundesland und Kommune zugleich und liegt auf Platz 13 der bevölkerungsreichsten Bundesländer
  • 1,9 Millionen Einwohner
  • 2,2 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Regierung vor der Bürgerschaftswahl 2020: rot-grüne Koalition zwischen SPD und Grünen
  • Regierung nach der Bürgerschaftswahl 2020: rot-grüne Koalition zwischen SPD und Grünen
  • Erster Bürgermeister: Peter Tschentscher, SPD (seit 2018, als Nachfolger von Olaf Scholz)

Landtagswahlen 2019

Das Jahr 2019 war ein starkes Wahljahr: Neben Wahlen in Bremen, Sachsen, Brandenburg und Thüringen fand auch die Europa­wahl statt. Bei der Wahl, die alle fünf Jahr stattfindet, werden die Abgeordneten für das Europäische Parlament mit Sitz in Straßburg gewählt.

Landtagswahlen

Bremen: Bürgerschaftswahl vom 26. Mai 2019

  • Das Land Bremen ist das kleinste Bundesland Deutschlands
  • 680.130 Einwohner
  • 0,8 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Regierung vor der Landtagswahl 2019: rot-grüne Koalition zwischen SPD und Grünen
  • Regierung nach der Landtagswahl 2019: rot-grün-rote Koalition zwischen SPD, Grünen und der Linken
  • Präsident des Senats und Bürgermeister: Andreas Bovenschulte, SPD (als Nachfolger von Carsten Sieling, SPD)

Sachsen: Landtagswahl vom 1. September 2019

  • Sachsen liegt auf Platz sieben der bevölkerungs­reichsten Bundesländer
  • 4,1 Millionen Einwohner
  • 4,9 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Regierung vor der Landtagswahl 2019: Große Koalition
  • Regierung nach der Landtagswahl 2019: eine Kenia-Koalition aus CDU, SPD und Grünen
  • Ministerpräsident: Michael Kretschmer, CDU (seit 2017)
  • → Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen 2019

Brandenburg: Landtagswahl vom 1. September 2019

  • Das Land Brandenburg hat 2,5 Millionen Einwohner (Platz 10)
  • 3,0 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Regierung vor der Landtagswahl 2019: rot-rote Koalition zwischen SPD und der Linken
  • Regierung nach der Landtagswahl 2019: voraussichtlich eine rot-schwarz-grüne Koalition (Kenia-Koalition) aus SPD, CDU und Grünen
  • Ministerpräsident: Dietmar Woidke, SPD (seit 2013)
  • → Ergebnis der Landtagswahl in Brandenburg 2019

Thüringen: Landtagswahl vom 27. Oktober 2019

  • Der Freistaat Thüringen hat 2,1 Millionen Einwohner (Platz 12)
  • 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Regierung vor der Landtagswahl 2019: rot-rot-grüne Koalition zwischen der Linken, SPD und Grünen
  • Regierung nach der Landtagswahl 2019: rot-rot-grüne Minderheitsregierung
  • Ministerpräsident: Bodo Ramelow, Die Linke (seit 2014)
  • → Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen 2019

Landtagswahlen 2018: Bayern und Hessen

2018 wurde in Bayern und Hessen ein neuer Landtag gewählt. Beide Bundesländer gehören zu den größten Deutschlands: Mit insgesamt etwa 19 Millionen Einwohnern entsprechen sie zusammen einem Viertel der gesamt­deutschen Bevölkerung.

Landtagswahlen 2018 in Bayern und Hessen

Hessen: Landtagswahl vom 28. Oktober 2018

  • Hessen liegt auf Platz fünf der bevölkerungs­reichsten Bundesländer
  • 6,3 Millionen Einwohner
  • 7,6 Prozent der deutschen Bevölkerung
  • Regierung vor der Landtagswahl 2018: schwarz-grüne Koalition
  • Regierung nach der Landtagswahl 2018: schwarz-grüne Koalition
  • → Landtagswahl in Hessen 2018

Bayern: Landtagswahl vom 14. Oktober 2018

Landtagswahlen 2017

Vier Landtagswahlen gab es im Jahr 2017, drei davon sorgten für einen Regierungs­wechsel. Nur im Saarland änderte das Ergebnis der Wahl nichts an der regierenden Koalition.

Landtagswahlen

Niedersachsen: Landtagswahl vom 15. Oktober 2017

Drei Wochen nach der Bundestagswahl 2017 fand in Nieder­sachsen eine vor­gezogene Landtags­wahl statt. Ursprünglich hätte die Wahl im Januar 2018 stattfinden sollen.

Nordrhein-Westfalen: Landtagswahl vom 14. Mai 2017

  • Regierung vor der Landtagswahl 2017: rot-grüne Koalition aus SPD und Grünen
  • Regierung nach der Landtagswahl 2017: schwarz-gelbe Koalition aus CDU und FDP
  • → Ergebnis der Landtagswahl in NRW

Schleswig-Holstein: Landtagswahl vom 7. Mai 2017

  • Regierung vor der Landtagswahl 2017: „Küsten­koalition“ zwischen SPD, Grünen und SSW (Süd­schleswigscher Wähler­verband, Partei der dänischen Minderheit)
  • Regierung nach der Landtagswahl 2017: Jamaika-Koalition zwischen CDU, Grünen und FDP
  • → Ergebnis der Landtagswahl in Schleswig-Holstein

Saarland: Landtagswahl vom 26. März 2017

  • Regierung vor der Landtagswahl 2017: Große Koalition zwischen CDU und SPD (zusammen 41 von 51 Sitzen im Landtag)
  • Regierung nach der Landtagswahl 2017: Große Koalition zwischen CDU und SPD (gleiche Anzahl an Sitzen im Landtag)
  • → Ergebnis der Landtagswahl im Saarland

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Losbasierte Bürgerversammlung Bürgerrat Klima: „Das 1,5-Grad-Ziel hat oberste Priorität“

Bürgerrat Klima vor der Bundestagswahl - Bundespräsident a. D. Horst Köhler

Der Bürgerrat Klima steht unter der Schirm­herrschaft des Bundes­präsidenten a. D. Horst Köhler

Foto: Robert Boden. Quelle: Bürgerrat Klima

Der Klimawandel und seine Folgen sind längst auch in Deutschland spürbar. Schnelles Handeln ist dringend erforderlich – aber nicht nur seitens der Politik, sondern auch seitens der Bevölkerung. 160 Bürgerinnen und Bürger haben deshalb im Rahmen des „Bürgerrats Klima“ wichtige Klima­maßnahmen erarbeitet und diese an die Regierung gerichtet.

Im Interview mit bundestagswahl-2021.de berichtet Pressesprecher Friedrich Göring, wie die Teilnehmer ausgewählt wurden, wie die zwölf Sitzungen abliefen und welches Ziel der Bürgerrat verfolgt.

Der Träger des Bürgerrats, der Verein BürgerBegehren Klimaschutz e. V., wurde ursprünglich gegründet, um kommunale Klima­schutz­maßnahmen zu fördern. Wie kam es zu der Entscheidung, ein Projekt auf Bundesebene auf die Beine zu stellen?

Der Verein BürgerBegehren Klimaschutz ist von Mitgliedern des Vereins Mehr Demokratie initiiert worden. Mehr Demokratie ist Partner bei der Beratung von verschiedenen Bürger­begehren. So hat unser Verein auch früh die Aktivitäten von Mehr Demokratie im Hinblick auf andere Bürger­räte auf Bundes­ebene mitverfolgt.

Bereits nach dem ersten Bürgerrat Demokratie kam von vielen Seiten die Idee auf, einen Bürgerrat Klima aufzusetzen. Der Ältestenrat des Bundestages entschied sich jedoch für das Thema „Deutschlands Rolle in der Welt“. Wegen des bestehenden Zeitdrucks beim Klimathema und des Gelegenheits­fensters eines bevor­stehenden Regierungs­wechsels, haben wir und die Scientists für Future uns daher entschlossen, selber einen zivil­gesellschaftlich organisierten Bürgerrat Klima zu initiieren.

Unser Ziel ist es, dass die Empfehlungen des Bürgerrats bestenfalls in den Koalitions­vertrag aufgenommen werden und so maximale Wirkung entfalten können. Die Klima­politik der nächsten Bundes­regierung ist einfach zu wichtig, als dass wir damit noch hätten warten können.

Die 160 Mitglieder des Bürgerrats Klima wurden per Los­verfahren ausgewählt. Was ist der Gedanke dahinter?

Losbasierte Bürgerräte bieten sich besonders für gesamt­gesell­schaft­liche Fragen an, wie beispiels­weise die Umstellung der Wirtschaft im Sinne des Pariser Klima­schutz­abkommens. Die Politik der letzten Jahre hat wichtige, weichen­stellende Klima­schutz­maßnahmen teils aktiv verhindert, teils hat sie nicht den Mut aufgebracht, den Bürger­innen und Bürgern und sich selbst den schieren Umfang der Aufgabe klarzumachen. Und immer wieder hieß es, sie würden ja so gerne, aber die Bevölkerung will das nicht.

Nun kann man nicht ganz Deutschland an einen Tisch bringen, wohl aber ein annähernd repräsen­tativ ausgelostes Mini-Deutschland. Sie bilden den Bürgerrat Klima. Diese 160 Menschen haben sich stell­vertretend für Deutschland über die Klimakrise informiert, haben diskutiert und hinterfragt und schließlich Maßnahmen für die Einhaltung des Pariser Abkommens vorgeschlagen.

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Wie wurden die Ausgelosten auf die erste Sitzung vorbereitet?

Erst einmal ging es um die organisa­torische Vorbereitung. Die Bürgerräte bekamen Informa­tionen über den Bürgerrat Klima und die ihn stützenden Organisa­tionen, über den Ablauf mit Terminen und Inhalten und über die eingesetzte Kommunikations­technik sowie Kontakt­adressen für Hilfe­anfragen. Dabei war es zunächst besonders wichtig, dass allen Bürgerräten der Zugang zu dem digitalen Format ermöglicht wurde. Inhaltlich ging es erst mit der ersten Sitzung los.

Und wie wurden die Themengebiete ausgewählt?

Dafür war das wissenschaft­liche Kuratorium verantwortlich. Berücksichtigt wurden bei der Auswahl der Themen­gebiete die Ergebnisse von Befragungen der Bundestags­parteien, der Zivil­gesellschaft und der Bevölkerung.

Bundestagswahl - Sitzung Bürgerrats Klima

Wegen der Coronavirus-Pandemie mussten die Sitzungen online stattfinden. Im Bild: Hinter den Kulissen der 1. Sitzung des Bürgerrats

Foto: Robert Boden. Quelle: Bürgerrat Klima

Gab es bei den Treffen hitzige Diskussionen oder konnten sich die Teil­nehmenden meist schnell einigen?

Natürlich gab es hier und da emotional geführte Diskussionen, das gehört zu solch einem Prozess dazu und ist ganz wichtig. Wenn sich alle nur hinsetzen und Ja sagen, dann können komplexe Frage­stellungen keine Ergebnisse bringen. Mithilfe der Moderation und der Begleitung durch Wissenschaft­ler­innen und Wissenschaftler, die als sogenannte Fakten­checker fungierten, wurden die Diskussionen aber immer lösungs­orientiert und fakten­basiert ausgetragen.

Generell verliefen die Diskussionen deswegen engagiert und kooperativ, man hat gemerkt, dass die Teil­nehmenden wirklich nach guten, tragbaren Lösungen gesucht haben.

Wie wurden die Mitglieder des Rates bei der Meinungs­bildung unterstützt?

Zur Einführung in die Grundlagen der Klimakrise gab es ein Einführungs­video, das zunächst die Dimension zwischen der Erderwärmung von 1,5 Grad und 2 Grad Celsius darstellen sollte. Zur ersten Sitzung gab es außerdem einen Einführungs­vortrag des Klima­forschers Stefan Rahmstorf. Jedes der Handlungs­felder, Energie, Wohnen und Wärme, Mobilität und Ernährung, wurde mit einem Vortrag eingeführt.

Die schon erwähnten Fakten­checker und die Moderation stellten zudem sicher, dass der Prozess und die Diskussionen bis in die kleinsten Gesprächs­gruppen ausgewogen, fakten­basiert und gerecht geführt wurden. Die Einführungs­vorträge und zusätzliche Informationen waren auch zwischen den Sitzungen auf einer internen Plattform jederzeit zugänglich.

Welche Leitsätze konnte der Bürgerrat in seinen zwölf Sitzungen erarbeiten?

Wesentlich war für die Bürgerräte der folgende übergeordnete Leitsatz: Das 1,5 Grad Ziel hat oberste Priorität. Vor dem Klima sind wir alle gleich. Um den Erhalt der Lebens­grundlage aller Menschen, von dem die Zukunft der nach­folgenden Generationen abhängt, sicher­zustellen, ist das 1,5-Grad-Ziel nicht verhandelbar. Jedes neue Gesetz ist auf seine Klima­schutz­wirkung zu überprüfen und darf den Klima­zielen nicht entgegen­wirken. Klimaschutz ist ein Menschen­recht und muss ins Grundgesetz aufgenommen werden.

Die Leitsätze zu den einzelnen Handlungs­feldern und das ganze Bürger­gutachten stehen übrigens auch für alle verfügbar auf unserer Website.

Der Gutachten des Bürgerrats Klima wurde vor der Bundestagswahl den Spitzenkandidaten übergeben

Das Gutachten des Bürgerrats Klima wurde hoch­rangigen Politikern vor der Bundestags­wahl übergeben. Die Spitzen­kandidaten Armin Laschet, Olaf Scholz, Robert Habeck und Dietmar Bartsch bekamen je ein Exemplar ausgehändigt.

Foto: Janine Escher. Quelle: Bürgerrat Klima

Wie verbindlich sind die Ergebnisse für die Bundesregierung?

Wie bei allen Bürger­beteiligungs­verfahren oder Beratungen sind die Ergebnisse nicht politisch verbindlich. Das gilt für den Bürgerrat Klima wie für andere Bürgerräte, soweit keine Verfassungs­änderung vorgenommen wird.

Da aus unserer Sicht die Frage­stellung politisch angemessen und die Qualität des Prozesses insgesamt sehr hoch war, ist mit dem Bürger­gutachten ein Angebot an die Politik entstanden, dessen Nutzung allein von der Bereitschaft der nächsten Bundes­regierung abhängt. Wir hoffen, die neue Koalition nutzt diese Chance.

Warum ist beim Thema Klima überhaupt mehr direkte demokratische Mitbestimmung nötig?

Bürgerräte haben einen repräsentativen Charakter, es handelt sich um eine sehr unmittelbare Form der Repräsentation. Das ist für gesamt­gesellschaftliche Problem­stellungen hilfreich, da ein Bürgerrat eine Mini-Gesellschaft darstellt, die stell­vertretend für die Gesamt­bevölkerung diskutiert und Lösungen aufzeigt. Die Politik kann sich darauf berufen und so zusätz­lichen Rückhalt für ihre Klima­politik erlangen.

Das Interview führte Jana Freiberger.

Empfehlungen des Bürgerrat Klima vor den Bundestagswahlen 2021

Das Gutachten des Bürgerrats Klima kann auf der Website des Projekts als PDF herunter­geladen werden (51 Seiten)

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Ergebnis am Tag der Bundestagswahl Abstimmung21 organisiert erste bundesweite Volksabstimmung

Abstimmung21, die Volksabstimmung am Tag der Bundestagswahl (Wahlunterlagen)

Volksabstimmungen werden bisher in Deutschland nur auf Länder- und Kommunal­ebene durch­geführt. Auf Bundes­ebene haben Bürger­innen und Bürger bislang – außer durch das Wählen von Volks­vertretern – keinen direkten Einfluss auf die Entschei­dungen der Politik.

Der Verein Abstimmung21 will das ändern und hat deswegen eine erste bundes­weite Volks­abstimmung in Eigen­regie durch­geführt, deren Ergebnis am Tag der Bundestagswahl 2021 veröffentlicht wird. Lisa Straka, Presse­sprecherin der Initiative, beantwortet im Interview mit bundestags­wahl-2021.de Fragen zu Organisation und Ablauf und erklärt, welches Ziel mit der Abstimmung verfolgt wird.

Der Verein Abstimmung21 setzt sich für bundes­weite Volks­abstimmungen ein. Auf wessen Initiative hin kam es zur Gründung des Vereins?

Die Idee, die erste bundesweite Volks­abstimmung einfach selbst in Eigen­regie durch­zuführen, kam von Olaf Seeling, dem heutigen Geschäfts­führer von Abstimmung21. Nach Jahr­zehnten, in denen sich trotz des immensen Engagements verschiedener Demokratie-Organisa­tionen kaum Veränderungen in Sachen bundes­weite Volks­abstimmung abzeichneten, brauchte es eine neue Herangehens­weise. Wir wollten nicht länger auf die Politik warten und nahmen die Durch­führung selbst in die Hand.

Wie lange haben Sie für die Vorbereitung der ersten bundesweiten Volksabstimmung gebraucht?

Die Idee zur ersten bundesweiten Volks­abstimmung war im Jahr 2018 geboren. Danach dauerte es zwei Jahre bis zur Durch­führung einer Probe-Volks­abstimmung 2020 in Hamburg Ottensen und Wedel. Da wir mit der Idee demo­kra­tisches Neuland erkunden, war es uns wichtig, im Kleinen einmal das auszu­probieren, was wir nun im Großen statt­finden lassen. Von der Idee der bundes­weiten ersten Volks­abstimmung bis zu ihrer Durch­führung haben wir uns insgesamt drei Jahre Zeit für Kampagnen­Planung, Themen­findung, Probe-Volks­abstimmung und die Vorbereitung der bundes­weiten Volks­abstimmung genommen.

Wie viel Geld hat die Durch­führung insgesamt gekostet und wurde alles aus Spenden finanziert?

Die bisherige Summe, die wir für die Durch­führung aufgebracht haben, liegt bei 900.000 Euro. Alles wurde aus Spenden finanziert. Rund 85 Prozent Klein­spenden mit einem Spenden­durchschnitt von 12 Euro und rund 15 Prozent Spenden, die größer als 500 Euro sind. Zurzeit erarbeiten wir einen Transparenz­bericht, in dem dann nochmal Details nach­gelesen werden können.

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Wie viele Menschen haben an der Abstimmung teilgenommen?

Seit dem Beginn der Aktion haben sich 344.556 Menschen für die Abstimmung angemeldet. Wie viele tatsächlich auch abgestimmt und ihren Stimm­zettel wieder zu uns zurück­gesendet haben, wissen wir selbst erst in den nächsten Wochen.

Wie kamen die Themen zustande, über die abgestimmt werden konnte?

Die beiden gesundheits­poli­tischen Themen wurden über die Petitions­plattformen Change.org und openPetition ermittelt. Es gab ein zwei­monatiges Zeit­fenster, in dem die Menschen Themen für die Abstimmung vorschlagen konnten. Insgesamt wurden über 500 Petitionen zur Wahl gestellt und über 500.000 Menschen haben die Petitionen gezeichnet. Am Ende wurde dann über die Themen auf der jeweiligen Plattform abgestimmt. Die Mehrheit bei openPetition sprach sich für keine Profite mit Kranken­häusern aus. Bei Change.org war es die Widerspruchs­regelung bei der Organspende.

Die Themen Klimawende 1,5 Grad und bundes­weite Volks­abstimmung haben wir von Beginn an selbst gesetzt. Die Klimakrise stellt eine der größten Heraus­forderungen unserer Zeit dar. Wir alle, nicht nur die Politik, sind aufgefordert, Stellung zu beziehen. Wir wollen, dass die Menschen über die richtungs­weisende Klimafrage diskutieren und über einen breit getragenen, ausformu­lierten Klimaplan abstimmen können.

Abstimmung21 - Volksabstimmung am Tag der Bundestagswahl (Stimmzettel, Frage zur Klimawende)

Die vierte und letzte Abstimmungs­frage betrifft den Klimaschutz

Wir von Abstimmung21 sowie unsere Bündnis­organisationen (Anm. d. Red.: Damit sind Mehr Demokratie, OMNIBUS für Direkte Demokratie und Democracy International gemeint) wollen zeigen, dass die Volks­abstimmung auf Bundes­ebene mit den Mitteln des Staates umsetzbar ist. Wir zeigen, wie es gehen kann. Unseren Einsatz für die Volks­abstimmung möchten wir deshalb auch den Menschen zur Abstimmung stellen.

Wird das Ergebnis der Volksabstimmung, das am Tag der Bundestagswahl bekannt gegeben wird, Ihrer Meinung nach Auswirkungen auf die neue Regierung oder den Bundestag haben?

Ein zentraler Teil unserer Kampagne ist es, die Abstimmungs­ergebnisse in den politischen Prozess einzubringen. Die Abstimmung selbst ist ein starkes Zeichen für gelebte Demokratie und für die Mündigkeit von uns Bürgerinnen und Bürgern. Wir sind dazu bereit, uns in die bundes­politischen Sach­fragen einzubringen. Wir werden uns so lange auf den von uns erbrachten Beweis berufen, dass Volks­abstimmungen auf der Bundes­ebene möglich sind und dies, wenn es sein muss, gerne regelmäßig wieder unter Beweis stellen, bis Regierung und Bundes­tag nicht mehr an der bundes­weiten Volks­abstimmung vorbeikommen.

Abstimmung21 kann und soll nicht nur ein Signal für das Instrument der Volks­abstimmung sein, sondern auch den einzelnen Abstimmungs­themen eine starke Stimme im politischen Berlin geben. Je näher die Beteiligung bei Abstimmung21 an der Wahl­beteiligung bei der Bundestags­wahl liegt, desto größer werden auch Legitimität und Verbind­lichkeit der Abstimmungs­ergebnisse. Wenn viele Menschen nicht nur den neuen Bundestag wählen, sondern auch über selbst organisierte bundesweite Volks­abstimmungen über ein Thema abstimmen, dann bekommt die Bundes­regierung einen klaren Handlungs­auftrag. Kurz gesagt, die Wirksamkeit von bundes­weiten Volks­abstimmungen steht und fällt folglich mit der tatsäch­lichen Abstimmungs­beteiligung. Für uns ist klar, dass es weitergehen wird.

Wieso braucht Deutschland mehr direkte Demokratie auf Bundesebene?

Unsere Gesellschaft steht vor großen sozialen und öko­logischen Heraus­forderungen. Diese lassen sich am besten mit den Bürger­innen und Bürgern zusammen meistern. Mit der direkten Demokratie hat die Zivil­gesellschaft die Möglichkeit, ihre Ideen und Konzepte zur Abstimmung zu bringen. Das stärkt das Vertrauen auf den eigenen Einfluss und in die Demokratie und ermöglicht eine aktive, selbst­bestimmte Haltung zur Demokratie als solche.

Gleichzeitig wird die Distanz zwischen der parlamen­ta­rischen Demokratie und den Bürger­innen und Bürgern in anregender Form verringert. Volks­initiativen stoßen das Gespräch in unserer Gesellschaft an, sie zeigen der Politik, wo dringender Handlungs­bedarf besteht. In 16 Bundesländern ergänzt die direkte Demokratie auf Kommunal- und Landes­ebene die repräsentative Demokratie. Dieses Vorgehen hat sich bewährt.

Deutschland ist das einzige Land in der Europäischen Union, das seit Ende des 2. Weltkrieges auf der Bundes­ebene noch nie eine Volks­abstimmung erlebt hat. Es gibt keinen schlüssigen Grund, den Menschen dieses Recht auf Mit­bestimmung vorzuenthalten. Zusammen kommen wir zu mutigeren Entschei­dungen als dies für die Gewählten allein möglich ist. Dieses gemein­schaftliche Vorgehen wird beispiels­weise in der Lösung der Klima­krise entscheidend sein. Ideen aus der Bevölkerung sind entscheidende Quellen der Erneuerung. Dafür ist es nötig, dass alle direkt mitentscheiden können. Wir sind die Gestalter­innen und Gestalter der Gesellschaft. Das Bewusstsein dafür wächst mit der direkten Demokratie.

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Sollte es in Deutschland eine direkte Demokratie wie in der Schweiz geben?

Die direkte Demokratie in der Schweiz mag grundsätzlich ein Vorbild sein, an entscheidenden Punkten ist sie es aber nicht und daher nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar. Wir favorisieren, anders als in der Schweiz, ein dreistufiges Modell der direkten Demokratie auf Länder- und Bundes­ebene: Volks­initiative, Volks­begehren, Volks­entscheid.

Nach der Initiative ist die Möglichkeit einer juristischen Prüfung vorgesehen. Das Bundes­verfassungs­gericht kann so die Verein­barkeit eines Gesetz­entwurfs mit dem Grundgesetz und dem Völkerrecht prüfen und die Initiative nicht zulassen, wenn Grund- und Minderheiten­rechte angegriffen würden.

In der Schweiz ist eine umfassende Vorab-Prüfung nicht vorgesehen. Auch hat die Schweiz kein eigenes Verfassungs­gericht, um Abstimmungs­texte auf ihre gesetzliche Zulässigkeit zu prüfen. Von der Bevölkerung beschlossene Gesetze können in der Schweiz erst im Nachhinein vor den Europäischen Gerichts­hof für Menschen­rechte gebracht werden, der dann prüft, ob sie der Menschenrechts­konvention entsprechen.

Was entgegnen Sie Menschen, die Großbritannien als Negativbeispiel für Volksabstimmungen anführen?

Der Brexit eignet sich nicht als Beispiel für die direkte Demokratie in Deutschland. Er wurde von der britischen Regierung angesetzt und von den Parteien als populis­tische Kampagne verfremdet. Außerdem gab es keine neutrale Abstimmungs­vorlage und keine ausgewogenen Informationen über die Vor- und Nachteile des Brexits. Zudem ist es beispiels­weise in der Schweiz üblich, dass über internationale Verträge zweimal abgestimmt wird, einmal am Anfang der Verhandlungen und einmal am Ende, wenn alle Vertrags­details auf dem Tisch liegen.

Wird es im kommenden Jahr eine weitere Abstimmung geben?

Mit der Abstimmung in diesem Jahr konnten wir beweisen, dass in Deutschland eine bundes­weite Volks­abstimmung möglich ist. Diese Erfahrung gilt es, jetzt auszubauen und zu vertiefen. Daher gehen wir davon aus, dass es auch im kommenden Jahr wieder eine Volks­abstimmung geben wird, zu der sich Interessierte bereits jetzt schon anmelden können.

Das Interview führte Jana Freiberger.

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Wer steckt hinter den Sonntagsfragen? Umfrageinstitute in Deutschland: Wer sie sind, was sie machen, wem sie gehören

Zuletzt aktualisiert: 19.09.2021

Die Sonntagsfrage spiegelt die aktuelle politische Stimmung im Land wider, mit einer Hoch­rechnung oder einem Wahl­ergebnis darf sie allerdings nicht gleich­gesetzt werden. Besonders deutlich zeigte sich das bei der Bundestags­wahl 2005: Damals lagen alle Umfragen durch­führenden Institute mit ihren Prognosen daneben – zum Beispiel lagen bis zu acht Prozent­punkte zwischen den Umfrage­werten und dem Wahl­ergebnis der Union.41 Auch bei der vergangenen Landtags­wahl in Sachsen-Anhalt im Jahr 2021 wichen die Umfragen deutlich vom Wahlergebnis ab.42

Dennoch sollten Wahlumfragen in ihrer Bedeutung nicht unter­schätzt werden. Schneidet eine Partei gut ab, kann sich das positiv auf die Meinung anderer Wähler auswirken, schneidet sie hingegen schlecht ab, kann sie das noch mehr Stimmen kosten.43 Wer also sind diese Institute, die in den Medien fast durch­gängig als Meinungs­forschungs­institute bezeichnet werden?

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Übersicht über die einzelnen Meinungsforschungsinstitute

Die in Deutschland veröffentlichten Umfragen zu den Bundes- und Landtags­wahlen stammen von Umfrage­institute, die jeweils eine sehr unter­schied­liche Struktur haben: Bei einem handelt es sich um einen eingetra­genen Verein (Forschungs­gruppe Wahlen), bei den anderen um GmbHs, die in ihrer Größe zwischen fünf (GMS) und mehr als Tausend (Kantar) Fest­angestellten variieren.

Drei der großen Umfrage­institute haben sogar noch einen inter­nationalen Konzern hinter sich stehen. Im Folgenden werden die Institute in alphabe­tischer Reihen­folge aufgelistet.

Forsa

Wahlumfragen und Umfrageinstitute - Forsa

  • Vollständiger Name und Rechtsform: Forsa, Gesellschaft für Sozial­forschung und statistische Analysen mbH
  • Gründungsjahr: 1984
  • Sitz: Berlin
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestagswahl: einmal pro Woche am Dienstag oder Mittwoch
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: 80 Fest­angestellte plus Interviewer­innen und Interviewer, deren Anzahl variiert
  • Website von Forsa, Forsa auf Wikipedia, Forsa-Umfragen zur Bundestagswahl auf wahlrecht.de

Forsa ist Partner der Mediengruppe RTL (RTL/ntv-Trend­barometer)

Das Markt- und Meinungs­forschungs­institut Forsa arbeitet für Unternehmen, politische und staatliche Institutionen, Medien und die Wissenschaft.

Forsa führt wöchentlich die Umfragen zur Bundestagswahl für das „RTL/ntv-Trend­barometer“ durch. Dabei werden meistens mehr als 2500 Wahl­berechtigte telefonisch befragt – andere Umfrage­institute haben oft eine deutlich kleinere Datenbasis. Außerdem erstellt Forsa an Wahl­abenden auch Prognosen und Hoch­rechnungen für die Mediengruppe RTL.

Eventuelle Nähe zur SPD

Dem Umfrageinstitut Forsa wurde in der Vergangenheit „eine gewisse SPD-Nähe vorgeworfen“.44 Manfred Güllner, Gründer und einer der Geschäfts­führer des Forsa-Instituts, ist ein bekanntes SPD-Mitglied und lang­jähriger Freund von Gerhard Schröder.

In den Wochen und Monaten vor der Bundestagswahl 2017 wurde das Wahl­ergebnis der SPD in den Sonntags­fragen verschiedener Umfrage­institute tendenziell zu hoch eingeschätzt – bei Forsa jedoch nicht mehr als bei den Umfragen anderer Institute.

Forschungsgruppe Wahlen: durchführendes Institut des ZDF-Politbarometers

Wahlumfragen und Umfrageinstitute - Forschungsgruppe Wahlen (ZDF-Politbarometer)

Hauptaufgabe der Forschungs­gruppe Wahlen (FGW) ist die wissenschaft­liche Beratung und Betreuung von Sendungen des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). Ihre Schwer­punkte liegen dabei auf politischen Wahlen, dem Wähler­verhaltensowie Meinungen zu aktuellen politischen und gesell­schaft­lichen Fragen. Die Forschungs­gruppe Wahlen wird aus Mitteln des ZDF finanziert.

GMS: Hamburger Meinungsforschungsinstitut mit Nähe zur CSU

Umfrageinstitut GMS (GMS Dr. Jung)

  • Vollständiger Name und Rechtsform: GMS Dr. Jung GmbH
  • Gründungsjahr: 1998
  • Sitz: Hamburg
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestags­wahl: circa einmal pro Monat
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: fünf Fest­angestellte plus Interview­erinnen und Interviewer, die in ihrer Anzahl variieren
  • Website von der GMS Dr. Jung GmbH, GMS auf Wikipedia, GMS-Umfragen zur Bundestagswahl auf wahlrecht.de

Die Gesellschaft für Markt- und Sozial­forschung (GMS) ist neben der Markt­forschung auf politische, wirtschaftliche und gesell­schaft­liche Themen spezialisiert. Im Jahr 2010 spielte das Institut eine Schlüssel­rolle bei der CSU-Umfragen­affäre.45 Damals ließ Bayerns Regierung CSU-Umfragen aus Steuer­mitteln finanzieren.46

Infratest dimap: durchführendes Institut des ARD-Deutschlandtrends

Infratest dimap macht Bundestagswahl-Umfragen für ARD-Deutschlandtrend

  • Vollständiger Name und Rechtsform: Infratest dimap, Gesellschaft für Trend- und Wahl­forschung mbH; Tochter von Kantar und dimap
  • Gründungsjahr: 1996 (Zusammen­schluss aus dem Berliner Infratest-Institut und dem Bonner dimap-Institut)
  • Sitz: Berlin
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestags­wahl: alle zwei Wochen am Donnerstag (ARD-Deutschlandtrend)
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: 25 Fest­angestellte, an Wahltagen sind zusätzlich bis zu 1200 Interviewer­innen und Interviewer im Einsatz
  • Website von Infratest dimap, Infratest dimap auf Wikipedia, Infratest-dimap-Umfragen auf wahlrecht.de

Das Institut ist bei Bundestags-, Landtags- und Kommunal­wahlen sowie Wahlen zum Europäischen Parlament für die ARD aktiv. Neben der ARD gehören auch Print­medien, Regierungs­einrichtungen, Verbände, Universitäten, Botschaften, interna­tionale Organisa­tionen und Wirtschafts­unter­nehmen zu den Kunden von Infratest dimap.

Infratest dimap ist eine Tochter­gesellschaft des englischen Markt­forschungs­riesen Kantar und des deutschen Instituts für Markt- und Politik­forschung dimap.

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INSA: Sonntagsfragen für die „Bild“

INSA Umfrageinstitut - Umfragen zur Bundestagswahl für die Bild, Die Zeit, Handelsblatt

  • Vollständiger Name und Rechtsform: INSA-Consulere GmbH
  • Gründungsjahr: 2009
  • Hauptsitz: Erfurt, eine Nieder­lassung in Berlin
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestags­wahl: ein- bis zweimal pro Woche
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mit­arbeiter: 70 bis 80 Fest­angestellte
  • Website der INSA-Consulere, INSA auf Wikipedia, INSA-Umfragen zur Bundestagswahl auf wahlrecht.de

Für ihre Sonntagsfragen ermittelt INSA wöchentlich ein repräsen­tatives Stimmungs­bild, das je nach Kontext „Bild-Wahl­check“ oder „INSA-Meinungs­trend“ genannt wird. Zumindest ein Teil der Roh­daten für diese Sonntags­fragen wird von YouGov erhoben.47 Neben der Meinungs­forschung ist die Politikberatung ein weiterer Schwerpunkt des Instituts.

INSA-Geschäftsführer Binkerts Nähe zur AfD und zur WerteUnion

Geschäftsführer von INSA ist der ehemalige CDU-Politiker Hermann Binkert, der von 2008 bis 2009 Staats­sekretär in der Thüringer Staats­kanzlei war. 2014 trat Binkert nach mehr als 30 Jahren Mitglied­schaft aus der CDU aus und bezeichnet sich seitdem als parteilos.

Hermann Binkert geriet in den Fokus der Öffentlichkeit, als er zwischen 2013 und 2015 Meinungs­beiträge für die Website Huffington Post schrieb, die als Sympathie­bekundungen gegenüber der AfD verstanden werden konnten. Auch sollen Binkert, seine Frau und die Insa Consulere GmbH im Herbst 2013 Geld an die nur wenige Monate zuvor gegründete AfD gespendet haben.48

Außerdem wurde Binkert eine geschäftliche Beziehung zur AfD nach­gewiesen: Das Unternehmen „DO Dienst­leistungs­office“, an dem Hermann Binkert zu 50 Prozent beteiligt ist, arbeitete 2014 nach Informationen des Spiegels mehrere Monate lang für die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Die von Binkerts Firma erbrachten Leistungen waren zum Beispiel „inhaltliche Profilierung“, „Beratung zur Entwicklung und Umsetzung von Ideen“ oder „Erarbeitung eines Arbeits­programms für die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag“.49

2019 wurde Binkerts Mitgliedschaft im CDU-nahen rechts­konservativen Verein Werte­Union bekannt.50 Im Juni 2021 erklärte Binkert, in der WerteUnion „nie wirklich aktiv“ gewesen und nicht mehr Mitglied zu sein.51

Institut für Demoskopie Allensbach

Institut für Demoskopie Allensbach (Deutsches Umfrageinstitut)

  • Vollständiger Name und Rechts­form: Institut für Demoskopie (IfD) Allensbach, Gesellschaft zum Studium der öffentlichen Meinung mbH
  • Gründungsjahr: 1947
  • Sitz: Allensbach (Baden-Württemberg)
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestags­wahl 2021: einmal pro Monat
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: 90 Fest­angestellte und rund 1200 Interview­er­innen und Interviewer
  • Website des Instituts, IfD Allensbach auf Wikipedia, Allensbach-Sonntags­fragen auf wahlrecht.de

Das IfD Allensbach mit Sitz am Bodensee führt Umfragen zu politischen, wirtschaft­lichen und sozialen Problemen durch und erstellt politische, psycholo­gische sowie soziolo­gische Studien – zu seinen Auftrag­gebern zählt beispiels­weise die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Außerdem veröffentlicht das IfD seit dem Jahr 1956 das „Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie“.

Ipsos: „Wir führen die Umfragen als Eigenstudien durch“

Umfragen zur Bundestagswahl - Ipsos (Marktforschungsunternehmen)

  • Vollständiger Name und Rechts­form: Ipsos GmbH
  • Gründungsjahr: 1975 (Mutter­konzern mit Sitz in Paris), 1993 (Deutschland)
  • Hauptsitz in Deutschland: Hamburg
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestags­wahl: circa einmal pro Monat, nur kurz vor der Wahl
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: etwa 750 Fest­angestellte in Deutschland, weltweit beschäftigt Ipsos 18.448 Festangestellte
  • Website von Ipsos, Ipsos auf Wikipedia, Ipsos-Umfragen zur Bundestags­wahl auf wahlrecht.de

Das Markt- und Meinungs­forschungs­institut Ipsos ist seit fast 50 Jahren in Frankreich tätig, 1993 expandierte Ipsos nach Deutschland. Das Institut beschäftigt sich haupt­sächlich mit Markt- und Werbe­forschung sowie mit Kunden­zufriedenheits- und Medienforschung.

Auf Anfrage von bundestagswahl-2021.de teilte eine Presse­sprecherin des Instituts mit, dass hinter der von Ipsos durch­geführten Sonntags­frage kein Auftrag­geber steht: „Wir führen diese Umfragen als Eigen­studien durch, um einen Beitrag zur gesellschafts­politischen Transparenz und Aufklärung zu leisten.“

Im Vergleich zur Bundestagswahl 2017 führt Ipsos vor der kommenden Wahl am 26. September allerdings nur wenige Umfragen durch. Erst im Mai 2021 hat das Institut damit begonnen, etwa einmal pro Monat eine Wahl­umfrage zur Bundestagswahl zu veröffentlichen.

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Kantar: eines der weltweit größten Marktforschungsunternehmen

Umfrageinstitute in Deutschland - Kantar (Sonntagsfragen für Bild und Focus)

  • Vollständiger Name und Rechtsform: Kantar GmbH
  • Gründungsjahr: 1992 (Mutter­konzern mit Sitz in London), 1993 (Deutschland)
  • Hauptsitz in Deutschland: München
  • Frequenz der Umfragen zur Bundestags­wahl: einmal pro Woche
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: 1046 Fest­angestellte in Deutschland, weltweit hat Kantar 25.000 Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter
  • Kantar auf Wikipedia, Kantar-Sonntags­fragen auf wahlrecht.de

Das Marktforschungs­unternehmen Kantar gehört mit Vertretungen in mehr als 90 Ländern zu den fünf größten weltweit und steht in Deutschland sogar an zweiter Stelle, hinter der GfK Gruppe Nürnberg. Haupt­eigentümer von Kantar ist seit 2019 der US-amerika­nische Finanz­investor Bain Capital mit Sitz in Boston.

Umfragen zur Bundestagswahl geben beispiels­weise die „Bild am Sonntag“ und der „Focus“ in Auftrag. In Deutschland sorgte Kantar im Bereich der Markt­forschung in den vergangenen Jahren mit Übernahmen anderer Institute und Entlassungs­wellen immer wieder für mediale Aufmerksamkeit.

Fusion von Kantar mit TNS Infratest und TNS Emnid

Im Jahr 2014 verschmolz das Bielefelder Meinungs­forschungs­institut Emnid mit dem Markt­forschungs­institut TNS Infratest. Beide Institute wurden aber zunächst als getrennte Marken fortgeführt. Ab 2016 trat TNS Infratest dann unter der Marke Kantar TNS auf, Emnid unter der Marke Kantar Emnid.

Ab 2019 verschwanden die Namen TNS und Emnid, Wahl­umfragen wurden fortan nur noch unter dem Namen Kantar veröffentlicht. Im März 2021 wurde der frühere Emnid-Standort in Bielefeld geschlossen.52

Mehrheitsbeteiligung von Kantar an Infratest dimap

Auch die in Berlin ansässige Infratest dimap GmbH gehört mittlerweile zu Kantar, allerdings nur zu 51 Prozent. Die restlichen 49 Prozent sind Eigentum des Bonner Instituts für Markt- und Politikforschung dimap.53

YouGov Deutschland, Tochter eines britischen Umfrage-Giganten

YouGov Deutschland - Das Umfrageinstitut macht auch Umfagen zur Bundestagswahl

  • Vollständiger Name und Rechtsform: YouGov Deutschland GmbH
  • Gründungsjahr: 2000 (Gründung des Mutter­konzerns mit Sitz in London)
  • Sitz in Deutschland: Köln
  • Frequenz der selbst veröffen­tlichten Umfragen zur Bundestags­wahl: ein- bis zweimal pro Monat
  • Anzahl der Mitarbeiter­innen und Mitarbeiter: 120 in Deutschland54, 1100 weltweit
  • Website von YouGov Deutschland, YouGov auf Wikipedia, YouGov-Umfragen zur Bundestagswahl auf wahlrecht.de

YouGov ist ein Markt- und Meinungs­forschungs­institut, das seine Befragungen auf Online-Panels stützt, das heißt auf Daten­banken mit den Adressen von Personen, die sich freiwillig dazu bereit erklärt haben, an Umfragen teil­zunehmen. Kritiker mahnen, dass diese Vorgehens­weise nicht repräsentativ sei.55

Negativschlagzeilen machte YouGov zuletzt 2016 im Zusammen­hang mit Umfragen zum Brexit-Referendum.56 Das Institut hatte einen Sieg der Brexit-Gegner mit 52 Prozent voraus­gesagt. Am Ende trat der umgekehrte Fall ein.

Mit der britischen Unterhaus­wahl im Jahr 2017 konnte YouGov seinen guten Ruf aber wieder­herstellen: Damals hatte das Institut als einziges richtig voraus­gesagt, dass Premier­ministerin Theresa May und ihre Konservativen die Mehrheit im Unter­haus verlieren würden.57

Zu den Hauptaktionären des Londoner Mutter­konzerns YouGov gehören Abrdn (sic, früher Standard Life Aberdeen), einer der größten Vermögens­verwalter Groß­britanniens, sowie die US-amerika­nische Investment­gesellschaft Blackrock.58

Als Medienpartner in Deutschland nennt YouGov die Bild, Die Zeit und Zeit Online, die Deutsche-Presse-Agentur und das Handelsblatt.59

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Wahl-O-Mat und Alternativen Online-Wahlhilfen für die Bundestagswahl: Wen soll ich wählen?

Das Wahl­ergebnis der letzten Bundestagswahl finden Sie auf dieser Seite: Bundestagswahl 2021: Ergebnis

Zuletzt aktualisiert: 15.10.2022

Die Bundestagswahl 2021 steht kurz bevor, doch viele Wähler­innen und Wähler sind noch unschlüssig: Welchen Kandidaten und welche Landesliste will ich eigentlich wählen? Wofür stehen die Parteien? Wer vertritt meine Interessen?

Antworten auf diese Fragen liefern Online-Wahlhilfen wie der Wahl-O-Mat, der zu den bekanntesten Plattformen dieser Art zählt. Neben dem Wahl-O-Mat gibt es jedoch viele andere digitale Wahlhelfer, die etwas anders aufgebaut sind und einen anderen Schwer­punkt haben. In der folgenden Übersicht werden die bekanntesten Wahl-Entscheidungs­hilfen vorgestellt.

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Was sind Online-Wahlhilfen überhaupt?

Unter Online-Wahlhilfen versteht man heute Web­-Anwendungen oder Apps, die Wähler­innen und Wählern helfen sollen, eine gut informierte Entscheidung zu treffen. Seit Mitte der 2000er-Jahre gehören Online-Wahlhilfen daher immer häufiger zu wichtigen Informa­tions­quellen, besonders vor Landtags- und Bundestagswahlen.

Im Internet werden die Begriffe Online-Wahlhilfe, Wahl-Entscheidungs­hilfe oder auch VAA für englisch „voting advice application“ gleich­bedeutend benutzt. In der Forschung wird diskutiert, welchen Effekt solche Wahl­hilfen auf den Wahl­ausgang haben. Einig ist man sich darin, dass Demo­kratien von den Angeboten profitieren, etwa durch gesteigerte Wahlbeteiligung.

Der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021

Wahl-O-Mat Bundestagswahl 2021

Eine der bekanntesten digitalen Entscheidungs­hilfen ist der seit 2002 existierende Wahl-O-Mat der Bundes­zentrale für Bildung. Vor der Bundestagswahl 2017 wurde der Wahl-O-Mat rund 15,7 Million Mal genutzt. Bis zu 30 Prozent aller Wähler­innen und Wähler könnten demzufolge den Wahl-O-Mat genutzt haben, ehe die Kreuze auf den Stimm­zettel gesetzt wurden.

Um die Partei zu finden, die der eigenen Position am nächsten kommt, müssen sich Nutzer­innen und Nutzer bei insgesamt 38 Thesen für „stimme zu“, „stimme nicht zu“ oder „neutral“ entscheiden. Nachdem alle Thesen vorgestellt wurden, können User­innen und User entscheiden, welche davon für sie persönlich besonders wichtig sind – diese werden dann doppelt gewertet.

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 - Beispiel einer Frage

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl: einige Fragen sind recht spezifisch und ohne Vorwissen schwer zu beantworten

Bevor die Auswertung vorgenommen wird, wählt man acht der zur Bundestagswahl stehenden Parteien, die für den Abgleich heran­gezogen werden sollen. Informa­tionen über die Parteien werden als Links zur Website der Bundes­zentrale für politische Bildung zur Verfügung gestellt.

Das Ergebnis, das man schluss­endlich erhält, erscheint in Form einer Prozent­zahl: Zu wie viel Prozent stimmen die eigenen Angaben mit den Positionen der (ausgewählten) Parteien überein? Je höher die Prozent­zahl, desto größer ist die Über­einstimmung. Für die besonders Interessierten gibt es bei dieser Online-Wahlhilfe zudem die Möglichkeit, die Antworten aller Parteien auf die gestellten Fragen nachzulesen.

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl - Ergebnis (Beispiel bei zufällig ausgewählten Antworten)

Beispiel für die Ergebnisseite des Wahl-O-Mat (bei zufällig ausgewählten Antworten)

Der Wahl-O-Mat zur diesjährigen Bundestagswahl ist seit dem 2. September 2021 online; es gibt ihn auch als Smart­phone-App. Wer neugierig ist und erfahren will, wie der Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017 aussah, kann das Wahl-Tool im Wahl-O-Mat-Archiv finden und herunterladen.

Links zum Wahl-O-Mat:

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Bundestagswahl 2021: Alternativen zum Wahl-O-Mat

Der Wahl-O-Mat ist längst nicht das einzige Onlinetool für die Bundestagswahl 2021. Es gibt viele Alternativen, die teils ähnlich funktionieren, teils auf anderen Grundlagen basieren oder sich einem speziellen Thema wie dem Klima oder Autos widmen. In der folgenden Übersicht wird eine Auswahl an Wahl-O-Mat-Alternativen vorgestellt.

Wahl-Kompass: bewährte Online-Wahlhilfe der Universität Münster

Wahl-Kompass (PolitKompass) Bundestagswahl 2021 (Online-Wahlhilfe und Alternative zum Wahl-o-Mat

Der Wahl-Kompass präsentiert Nutzerinnen und Nutzern 30 Thesen, auf welche diese mit „Stimme vollkommen zu“, „Stimme zu“, „Neutral“, „Stimme nicht zu“, „Stimme überhaupt nicht zu“ und „Keine Meinung“ antworten können. Nach der Beantwortung gleicht die Online-Wahlhilfe, die in der politik­wissen­schaftlichen Forschung als Voting Advice Application (VAA) bezeichnet wird, die eigenen Standpunkte mit denen der Parteien ab. Alle Parteien, die bei der Europawahl 2019 einen Sitz erhalten haben, sind im Wahl-Kompass enthalten. Die Überein­stimmung mit den Parteien wird sowohl als Punkt in der politischen Landschaft als auch als Ranking dargestellt.

Entwickelt wurde der Wahl-Kompass von einem wissen­schaftlichen Team der Universität Münster im Rahmen des Projekts PRECEDE, in Zusammen­arbeit mit dem nieder­ländischen Unternehmen Kieskompas. Damit die ausgewählten Thesen auch wirklich die wichtigsten Themen zur Bundestagswahl abbilden, haben Forscher­innen und Forscher zunächst eine Medien- und Wahlprogramm­analyse durchgeführt. Dann wurde eine Vorauswahl an die Parteien verschickt – nach deren Rück­meldung wurden die finalen Thesen für die Wahl-O-Mat-Alternative ausgewählt.

Am Wahl-Kompass können Sie hier teilnehmen:

Probleme bei der Darstellung? Dann können Sie den Wahl-Kompass hier aufsuchen: wahl-kompass.de

Worin unterscheiden sich Wahl-Kompass und Polit-Kompass?

Während der Wahl-Kompass auf die Bundestags­wahl 2021 ausgerichtet ist, soll der ebenfalls in Münster entwickelte Polit-Kompass einen allgemeineren Überblick über die Positionen der deutschen Parteien verschaffen.

Der wichtigste Unterschied liegt aber darin, dass die Positionen im Polit-Kompass auf einer Befragung von Politik­wissenschaftler­innen und Politik­wissenschaftlern basieren – die Selbst­positionierung der Parteien fließt bei diesem Tool im Gegensatz zum Wahl-Kompass nicht mit ein.

Der Wahl-Kompass wie auch der Polit-Kompass sind online und können bereits genutzt werden.

WahlSwiper: Wahl-O-Mat-Alternative für die Bundestagswahl 2021

WahlSwiper zur Bundestagswahl (Alternative zum Wahl-O-Mat)

Der WahlSwiper richtet sich hauptsächlich an jüngere Wähler und Wähler­innen und erinnert in der Funktions­weise an die Dating-App Tinder: Die politischen Fragen erscheinen in der Mitte des Bildschirms und können mit einem Wisch nach links mit „Nein“ und mit einem Wisch nach rechts mit „Ja“ beant­wortet werden. Welche Fragen doppelt gewertet werden sollen, kann mit einem Klick auf die Frage festgelegt werden. Wenn alle Fragen beantwortet wurden, errechnet die Online-Wahlhilfe die Überein­stimmung mit den Antworten der Parteien.

Der WahlSwiper arbeitet nach Angaben des Vereins VoteSwiper, der die Finanzierung der Wahlhilfe-Anwendung über Spenden­einnahmen und Förder­mitgliedschaften sichert, gänzlich unabhängig. Ziel des Vereins ist es, Demokratie und politische Bildung zu fördern. Damit die Alternative zum Wahl-O-Mat möglichst viele Menschen erreicht, ist es für die Bundestagswahl 2021 auch in den Sprachen Englisch, Türkisch, Russisch, Arabisch und Persisch verfügbar.

Links zum WahlSwiper:

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„DeinWal“: Diese Online-Wahlhilfe basiert auf dem tatsäch­lichen Abstimmungs­verhalten der Parteien

DeinWahl (BundestagsWal 2021) - Entscheidungshilfe für die Bundestagswahl

Das Onlinetool DeinWal.de ist ebenfalls eine beliebte Wahl­entscheidungs­hilfe. Im Gegensatz zum Wahl-O-Mat hat diese Alternative nicht die Positionen von Parteien abgefragt, sondern ihr tatsächliches Abstimmungs­verhalten analysiert.

Die Auswahl aus Abstimmungen, die real statt­gefunden haben, ist transparent gestaltet und nach verschiedenen Themen­gebieten ausgerichtet. Die Online-Wahlhilfe kann aber natürlich nur die Abstimmungen der Parteien auswerten, die aktuell im Bundestag sitzen.

Zur „DeinWal.de“-Website:

Parteivergleich.eu: ermöglicht eine präzise Gewichtung der Antworten

Online-Wahlhilfe Parteivergleich.eu - Wahl-O-Mat-Alternative für die Bundestagswahl 2021

Veraltetes Design aber bewährte Online-Wahlhilfe ohne Cookies und Tracker

Bei dem Online-Tool Partei­vergleich.eu können die eigenen Positionen mit denen von 36 Parteien abgeglichen werden. Anders als beim Wahl-O-Mat können Nutzer­innen und Nutzer hier nicht nur mit „Ja“, „Nein“ und „Neutral“ zu insgesamt 80 Thesen Stellung beziehen, sondern ihre jeweilige Antwort zusätzlich noch gewichten („egal“ bis „extrem wichtig“). Das und die große Anzahl der Fragen hat zur Folge, dass die Gene­rierung der Ergebnisse mehrere Minuten in Anspruch nehmen kann.

Um größtmögliche Neutralität zu wahren, werden die Fragen nicht von der Redaktion selbst bestimmt. Statt­dessen können Parteien ihre wichtigsten Themen einschicken, aus denen dann die Fragen erstellt werden. Bis dato erschien der Partei­vergleich bereits zu Wahlen in Deutschland, Belgien, Italien und Österreich.

KandidierendenCheck: unterstützt bei der Wahl der Direktkandidaten

Wahl-O-Mat-Alternative für die Bundestagswahl - KandidierendenCheck von Abgeordnetenwatch

KandidierendenCheck: Beispiel eines Abschnitts der Ergebnis­seite (bei einer zufällig ausgewählten Antwort)

Die Wahl-Entscheidungs­hilfe Kandidierenden­Check wird von dem eingetragenen Verein Parlamentwatch auf der Website abgeordnetenwatch.de bereitgestellt. Während die meisten Online-Wahlhilfen bei der Wahl der Partei helfen, legt der Kandidierenden­Check seinen Fokus auf die Direkt­kandidierenden.

Um den Check durchführen zu können, geben Nutzerinnen und Nutzer zunächst ihre Post­leit­zahl ein, damit sie dem entspre­chenden Wahlkreis zugeordnet werden können. Anschließend können sie sich zu 24 Thesen positio­nieren und zwischen „lehne ab“, „stimme zu“ und „neutral“ wählen.

Diese Positio­nierungen werden am Ende mit denen der Wahlkreis­kandidaten abgeglichen, die am Kandidierenden­Check teil­genommen haben. So können Wähler­innen und Wähler sehen, mit wem sie inhaltlich am meisten übereinstimmen.

Zum KandidierendenCheck von abgeordnetenwatch.de:

Wahl-O-Meter: deckt falsche Wahlversprechen auf

Bundestagswahl 2021 - Online Wahlhilfe Wahl-O-Meter von DEMOCRACY (Wahl-O-Mat)

Beim Wahl-O-Meter des gemein­nützigen Vereins Democracy können Nutzerinnen und Nutzer selbst über sämtliche in der aktuellen Legislatur­periode im Bundestag gestellten Anträge abstimmen und ihre Position anschließend mit der von einzelnen Parteien und Abgeordneten vergleichen.

Außerdem können Userinnen und User mithilfe der Democracy-App nachvoll­ziehen, welche Fraktionen in den vergangenen vier Jahren über welchen Antrag wie abgestimmt haben. So wird schnell ersichtlich, ob Wahl­versprechen wirklich eingehalten wurden – oder nicht.

Das Democracy-Team hat sich mit der Online-Wahlhilfe unter anderem zum Ziel gesetzt, die politischen Entscheidungs­prozesse im Bundestag über die Bundestagswahl 2021 hinaus transparenter zu machen.

Das Wahl-O-Meter ist nur als Apple- oder Android-App verfügbar. Diese können in den jeweiligen App-Stores oder direkt von der Democracy-Website heruntergeladen werden.

Links zum Wahl-O-Meter:

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Sozial-O-Mat: die Online-Wahlhilfe der Diakonie

Bundestagswahl 2021 - Sozial-O-Mat (Wahl-Entscheidungs-Hilfe)

Der Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland wurde erstmals im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 gestartet. Diese Online-Wahlhilfe ist vor allem für diejenigen interessant, denen soziale Fragen der Gesell­schaft besonders wichtig sind. Er bietet zwölf Thesen zu den vier Themen Familie, Flucht, Pflege im Alter und Armut.

Die Diakonie ist ein Wohlfahrts­verband der Kirchen innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und hat sich mit der Fragen­auswahl daher auch auf ihre Kernthemen konzentriert. Anders als z. B. der Wahl-O-Mat vergleicht der Sozial-O-Mat nur die Antworten der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien.

Zum Sozial-O-Mat der Diakonie Deutschland:

Wahldatenhelfer: Wahlentscheidungshilfe für junge Menschen

Bundestagswahl 2021 - Wahl-o-Mat Alternative Wahldatenhelfer

Die Plattform Wahldatenhelfer richtet sich hauptsächlich an junge Menschen, die nach leicht verständlichen Informa­tionen zum Thema Bundestags­wahl suchen und noch Hilfe bei der Wahl­entscheidung benötigen. Lehrerin­nen und Lehrer finden auf einer Unterseite verschiedene Web­angebote für den Unterricht.

Anders als die meisten Online-Wahlhilfen stellt der Wahldaten­helfer Nutzerinnen und Nutzern keine Fragen, sondern liefert ihnen zu verschiedenen Themen die Positionen von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und AfD.

Zur Website des Wahldatenhelfers:

Wahl-O-Mat-Alternativen mit thematischem Schwerpunkt

Der Klimawahlcheck: Klimaschutz­politik in den Bundestagswahl­programmen der Parteien

Bundestagswahl 2021 - Klimawahlcheck (Wahl-O-Mat-Alternative)

Der aktuelle Wahlkampf wird hauptsächlich von einem Thema beherrscht: dem richtigen Umgang mit dem Klima­wandel. Damit Wähler­innen und Wähler sich vor der Wahl einen Überblick darüber verschaffen können, welche Partei welche Positionen bezüglich der Themen Klima- und Umwelt­schutz vertritt, haben Klima-Allianz Deutschland, German Zero und der Naturschutz­bund einen sogenannten Klima­wahlcheck erstellt.

Für die Online-Wahlhilfe wurden die Wahl­programme von Union, Grünen, SPD, Linken und FDP ausgewertet. Die AfD taucht nach Angaben der Betreiber nicht auf, da sie den Klima­wandel leugne und den Austritt aus dem Pariser Klima­abkommen fordere.48

Nutzer­innen und Nutzer werden insgesamt 28 Fragen aus sechs Themen­gebieten gestellt – ihre Antworten werden anschließend mit den Positionen der einzelnen Parteien abgeglichen.

  • Bundestagswahl 2021: Klimawahlcheck
    (seit Oktober 2022 nicht mehr verfügbar)

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Agrar-O-Mat: der „Wahl-O-Mat für Landwirte“

Agrar-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 (Wahl-O-Mat Alternative)

Der Agrar-O-Mat legt den Schwer­punkt auf agrar­politische Fragen. Heraus­gegeben wird die themen­spezifische Wahlhilfe vom Agrar-Nachrichten­portal Agrarheute. Der Agrar-O-Mat besteht aus 24 Thesen, zu denen Position bezogen werden kann. Am Ende werden die eigenen Positionen mit denen der sechs im Bundestag vertretenen Fraktionen verglichen.

Carwow-O-Mat: kommerzielle Online-Wahlhilfe für Autofahrer

Carwow-O-Mat, das Wahl-O-Mat für Autoliebhaber (Wahlentscheidungshilfe zur Bundestagswahl 2021)

Der Carwow-O-Mat ist ein kommerzielles Projekt der Firma CarWow, die ein Neuwagen-Vergleichs­portal betreibt. Userinnen und User können hier acht Thesen rund ums Thema Auto bewerten, anschließend zeigt der „Wahl-O-Mat für Auto­liebhaber“ an, mit welcher der etablierten Parteien man am stärksten übereinstimmt.

Kritik an den Entscheidungshilfen

Entscheidungshilfen wie der Wahl-O-Mat können den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung nicht abnehmen. Sie können aber deutlich machen, welche Parteien einem näher­stehen und mit welchen Wahl­programmen es sich ents­prechend lohnt, sich genauer auseinanderzusetzen.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass einige Aspekte wie im Folgenden beschrieben auch kritisch zu betrachten sind.

Zu viele Konsensthesen“ lassen Parteien im Ergebnis zusammenrücken

Einen wichtigen Kritikpunkt beim Wahl-O-Mat stellen die „Konsen­sthesen“ dar: Nach Auswertung der Wirtschafts­Woche wird lediglich die Hälfte aller abgefragten Themen kontrovers diskutiert.60 Bei der anderen Hälfte, den „Konsen­sthesen“, stehen die meisten Parteien relativ nah beieinander. Dadurch fallen extreme Positionen (wie etwa „Ausländer raus“, „Reichtum verbieten“) zwar deutlicher auf, so wird aber auch die Positio­nierung der Parteien verzerrt: Es scheint, als stünden sie viel näher beieinander, als dies tatsächlich der Fall ist.

Auswahl der Fragen und Themen

Ein weiteres Problem stellt die Auswahl der Fragen dar. Denn beim Wahl-O-Mat werden diejenigen in die Auswahl aufgenommen, die vor allem den Parteien wichtig sind. Das einfache „Ja-nein-Schema“ und die Befragung zu genau diesen Themen­bereichen mag den Parteien günstig und logisch erscheinen, den Wähler­innen und Wählern kann dies aber „weltfremd“ vorkommen.

Außer­dem wird speziell beim Wahl-O-Mat kritisiert, dass bei der Auswahl der Fragen nach Themen gesucht wird, bei denen die Ansichten von Parteien stark auseinander­gehen. Dadurch würden manchmal Dinge abgefragt, die für Wähler­innen und Wähler eigentlich nicht relevant seien – und wichtige Aspekte würden aus­gelassen.61

Fragen und Antworten zur Bundestagswahl

Was passiert mit meiner Stimme?

Bei der Bundestagswahl 2021 wird der Deutsche Bundestag nach dem Verhältnis­wahlrecht gewählt. Alle Wählerin­nen und Wähler haben jeweils zwei Stimmen. Mit der Erst­stimme wird der oder die Wahlkreis­abgeordnete per Direktwahl gewählt, mit der Zweit­stimme die Landesliste der Partei.

Bundestagswahl-Stimmzettel (Hier Platzhalter Europawahl)

Die reguläre Mindest­anzahl der Sitze liegt bei 598, wovon eine Hälfte direkt gewählte Abge­ordnete aus den Wahlkreisen besetzen, die andere Hälfte geht an Abgeordnete, die über die Landes­liste in den Bundestag einziehen. Wie sich die Sitze auf die Parteien verteilen werden, entscheidet die kommende Wahl im September.

Insgesamt wurden 54 Parteien zur Bundestagswahl am 26. September 2021 zugelassen. Sieben nehmen aber dennoch nicht teil. Damit nehmen an der kommenden Bundestagswahl 47 Parteien teil.

Ist es sinnvoll, für Klein­parteien zu stimmen?

Bei der Bundestagswahl (BTW) gibt es eine Sperr­klausel: Parteien müssen über die Fünf-Prozent-Marke kommen, um in das Parlament einzuziehen. Das sorgt dafür, dass Klein­parteien quasi keine Chance haben, in den Bundes­tag einzuziehen. Trotzdem lohnt es sich, seine Stimme einer kleinen Partei zu geben: Stimmen mehr als 0,5 Prozent der Wähler für eine Partei, erhält diese Zuschüsse aus der staatlichen Parteien­finanzierung.62 Damit kann sie eigene Projekte weiter voranbringen.

Kann ich einfach wählen, was mir der Wahl-O-Mat oder andere Entscheidungs­hilfen anzeigen?

Die Entscheidungshilfen sind eine gute und einfache Möglichkeit, um eine bessere Orientierung zu gewinnen und Infor­mationen zur Wahl zu erhalten. Die Entscheidung, wem man letztlich die Stimme gibt, können sie einem aber nicht abnehmen.

Gibt es auch eine Briefwahl?

Ja, wer am 26. September 2021 nicht wählen gehen kann oder möchte, kann auch per Brief­wahl seine Stimme abgeben. Genauere Infor­mationen sind auf der Website des Bundeswahlleiters zu finden.

Nächste Landtagswahl:

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Sperrklausel Die Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen

Bei der Verteilung der Sitze im Bundestag nach den Bundestags­wahlen werden laut Bundes­wahl­gesetz63 nur Parteien berück­sichtigt, die mindestens fünf Prozent der abgegebenen gültigen Zweit­stimmen erhalten oder in mindestens drei Wahl­kreisen einen Sitz errungen haben.

Warum gibt es die Fünf-Prozent-Hürde?

Die Fünf-Prozent-Hürde soll verhindern, dass es in deutschen Parlamenten zu einer starken Zersplitterung kommt.64 Laut dem Bundesverfassungs­gericht würde diese die Bildung einer stabilen Mehrheit für die Wahl einer handlungs­fähigen Regierung erschweren.65

Die Sperrklausel gilt nur bei der Bundestagswahl und bei Landtagswahlen. Auf kommunaler Ebene gibt es meist keine Fünf-Prozent-Hürde. Auch bei der Europawahl wurde die Hürde nach der Wahl 2009 abgeschafft. Kleine Parteien haben seitdem gute Chancen, zumindest mit einem/einer Abgeordneten ins Europaparlament einzuziehen.

Kritik an der Klausel

Während die etablierten Parteien die Klausel befürworten und argumentieren, dass ohne die Fünf-Prozent-Hürde die Funktions­tüchtigkeit des Parlaments eingeschränkt würde, betonen die Gegner der Klausel, dass es undemokratisch sei, Wähler­stimmen unter den Tisch fallen zu lassen.66 Die Klausel widerspreche dem Grund­gesetz, wonach jede Stimme den gleichen Wert haben müsse.

Zu den Gegnern der Fünf-Prozent-Hürde zählen neben den Klein­parteien auch mehrere Politik­wissenschaftler: Der Politologe Frank Decker schrieb 2011, dass wenn der Wahlakt die wichtigste Form der politischen Partizipation darstelle, das Wahlrecht auch so konstruiert sein müsse, dass möglichst jede Stimme zähle.67 Auch der Politik­wissenschaftler Heinrich Oberreuter resümierte nach der Bundestagswahl 2013: „Man könnte mal darüber nachdenken, ob die Fünf-Prozent-Hürde in ihrer Höhe noch zeitgemäß ist – angesichts der Tatsache dass wir eine gewisse Stabi­lisierung des politischen Systems haben.“

Viele Stimmen bleiben unberücksichtigt

Bei der Bundestagswahl 2013 blieben durch die Fünf-Prozent-Hürde 6,86 Millionen Zweit­stimmen (15,7 Prozent der abgegebenen Stimmen) unberücksichtigt. Das ist mehr als die Bevölkerung von Hessen oder die Einwohner­zahl der drei größten Städte Deutschlands (Berlin, Hamburg und München) zusammen.

Unberücksichtigte Zweitstimmen bei der Bundestagswahl wegen der Fünf-Prozent-hürde

All diese Stimmen fielen damals einfach unter den Tisch, was bedeutet, dass 6,86 Millionen Bundesbürger umsonst gewählt haben (was die Zweit­stimme angeht) und ihre Meinung nicht im Bundestag vertreten wurde. Ebenso wenig wurden diese 6,86 Millionen Bürger in der Exekutive (Bundes­regierung) vertreten, da diese direkt und indirekt vom Bundestag gewählt beziehungs­weise ernannt wird.

Bei der Bundestagswahl 2017 war der Anteil der unberück­sichtigten Stimmen mit 5,0 Prozent zwar um einiges kleiner als 2013, unerheblich war die Zahl aber nicht: Durch die Fünf-Prozent-Hürde gingen insgesamt 2,33 Millionen Wählerstimmen verloren.

Fünf-Prozent-Hürde bei Bundestagswahlen (Sperrklausel)

Unberücksichtigte Stimmen sind doppelt verloren

Der deutsche politische Kritiker Hans Herbert von Arnim unterstreicht neben dem undemo­kratischen Grundsatz der Fünf-Prozent-Hürde den doppelten negativen Effekt der unberück­sichtigten Stimmen:

„Zum einen bleibt das Gefühl zurück, dass die eigene Stimme nicht zählt. Zum anderen halfen diese Menschen indirekt auch noch jenen Parteien, die sie gar nicht gewählt haben.“

Tatsächlich bleiben die Sitze im Parlament, die zu den unberück­sichtigten Stimmen gehören sollten, nicht nur unbesetzt, sondern werden zwischen den großen Parteien verteilt. Diese abgegebenen Stimmen dienen also den größten Parteien am meisten.68

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Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021

Zuletzt aktualisiert: 15.09.2021

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (Schweriner Schloss)

Das Schweriner Schloss, Sitz des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern

Foto: Pavel Eremeev. Quelle: Wikipedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0

In Mecklenburg-Vorpommern wird am 26. September 2021 ein neuer Landtag gewählt. Die Landtagswahl findet am selben Tag wie die Bundestagswahl statt.

Umfragen zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021

Aktuellen Umfragen der Meinungsinstitute Infratest dimap und INSA zufolge kann die SPD bei der Landtagswahl in Meck­lenburg-Vor­pommern mit 28 bis 39 Prozent der Stimmen rechnen und damit erneut als klarer Sieger aus der Wahl hervorgehen. Bereits 2016 hatte die SPD zehn Prozent­punkte Vorsprung vor den nach­folgenden Parteien. Nun sieht es so aus, als könnte sie den Abstand zu AfD und CDU bei der kommenden Wahl weiter ausbauen.

Letzte Umfrage

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021
Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021 - Umfrage

Ausgangslage

Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern - Endgültiges Ergebnis

Text

Umfrage zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021

Fragestellung: „Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag in Mecklenburg-Vorpommern Landtagswahl wäre?“

  • SPD: 39,0 % (+ 8,4)
  • AfD: 17,0 % (− 3,8)
  • CDU: 14,0 % (− 5,0)
  • Die Linke: 10,0 % (− 3,2)
  • FDP: 7,0 % (+ 4,0)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 6,0 % (+ 1,2)
  • Sonstige: 7,0 % (− 2,2)

Quelle: „Infratest dimap“-Umfrage vom 09.09.2021 im Auftrag von NDR,
Schweriner Volkszeitung und Ostsee-Zeitung.69 Befragte Wahl­berechtigte: 1159. Befragungs­zeitraum: Juli 2021.

Die AfD, die bei der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt mit 20,8 Prozent der Stimmen zweit­stärkste Kraft wurde, verliert an Zustimmung – in Umfragen liegt sie aktuell bei 16 bis 19 Prozent. Den zweiten Platz könnte sie trotz­dem behalten. Denn laut den Umfragen kann die CDU bei der kommenden Wahl mit gerade einmal 14 bis 18 Prozent rechnen.

Die FDP könnte den Umfragen zufolge etwa sechs bis neun Prozent der Stimmen erhalten. Sollte die Partei den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde tatsächlich schaffen, könnte sie nach zehn Jahren Abwesen­heit wieder in den Landtag zurückkehren. Auch bei den Grünen stehen die Chancen gut, wieder in den Land­tag einzuziehen – sie liegen bei fünf bis acht Prozent.

Sitzverteilung im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern

Ausgangslage

Von 2011 bis 2016 waren fünf Parteien im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vertreten: die SPD (27 Sitze), die CDU (18 Sitze), die Linke (14 Sitze), die Grünen ( 7 Sitze) und die NPD (5 Sitze).

Sitzverteilung (Ausgangslage)

Sitzverteilung im Landtag Mecklenburg-Vorpommern vor der Landtagswahl 2021 (Ausgangslage)

Text

Sitzverteilung im Landtag Mecklenburg-Vorpommern in der 7. Legislaturperiode (2016–2021)

  • SPD: 26 Sitze
  • CDU: 18 Sitze
  • AfD: 14 Sitze
  • Die Linke: 11 Sitze
  • Fraktionslos: 2 Sitze

Insgesamt 71 Sitze. Stand: Oktober 2019. Quelle: Landtag Mecklenburg-Vorpommern. Diagramm: www.bundestagswahl-2021.de

In der aktuellen Legislatur­periode teilen sich vier Parteien die 71 Sitze im Schweriner Schloss. Die SPD konnte nach der Wahl 2016 mit den meisten Abge­ordneten in den Landtag einziehen – 26 an der Zahl. Die CDU besetzt 18, die AfD 14 und die Linke 11 Sitze im Land­tag. Zwei Sitze werden von fraktions­losen Abgeordneten besetzt.

Zu den fraktions­losen Abgeordneten gehören die gelernte Bürokauffrau Christel Weißig und der frei­schaffende Autor und Berater Holger Arppe, die beide bis September 2017 Mitglied der AfD-Fraktion im Landtag von Mecklen­burg-Vor­pommern waren.

Sitzverteilung nach der Landtagswahl: Projektion

Der Landtag in Mecklenburg-Vorpommern wird voraussichtlich auch nach der kommenden Landtagswahl im September aus 71 Sitzen bestehen. Kommt es dennoch zu einer Erhöhung der Gesamt­zahl der Landtags­abgeordneten durch Überhang- und Ausgleichs­mandate, wäre das ein Novum in Mecklenburg-Vorpommern.70

Die Sitze könnten sich folgender­maßen verteilen:

Sitzverteilung (Projektion)

Sitzverteilung im Landtag Mecklenburg-Vorpommern nach der Landtagswahl 2021 (Projektion)

Text

Sitzverteilung im Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Projektion der Sitzverteilung nach der Landtagswahl 2021

  • SPD: 30 Sitze
  • AfD: 13 Sitze
  • CDU: 11 Sitze
  • Die Linke: 8 Sitze
  • FDP: 5 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 4 Sitze

Insgesamt 71 Sitze (ohne Über­hang­- und Aus­gleichs­man­date)

Vorsicht: Bei dieser Projektion handelt es sich lediglich um eine einfache Sitz­zuteilung nach dem Hare / Niemeyer-Verfahren, ohne Überhang- und Ausgleichs­mandate, auf der Basis der letzten Umfragen. Stand: 09.09.2021. Diagramm/Projektion: www.bundestagswahl-2021.de

Mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern wird derzeit von einer Großen Koalition regiert. Minister­präsidentin ist die SPD-Politikerin Manuela Schwesig, die das Amt 2017 von Erwin Sellering übernahm, der aus gesund­heitlichen Gründen zurücktreten musste.

Mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (Koalitionsrechner, Projektion)

Nach der kommenden Landtagswahl am 26. September 2021 könnte es in Mecklenburg-Vorpommern erstmals ein Sechs-Parteien-Parlament geben.71 Folgende Koalitionen sind laut Umfragen rechnerisch möglich:

  • Eine schwarz-rot-grüne Koalition (Kenia-Koalition) aus CDU, SPD und Grünen
  • In der Annahme, dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde nimmt, wäre auch ein schwarz-rot-gelbes Bündnis (Deutschland-Koalition) aus CDU, SPD und FDP eine Option
  • Eine Große Koalition (rot-schwarze Koalition)
  • Eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linken und Grünen könnte (je nach Umfrage) eine knappe Mehrheit erzielen.

Nächste Landtagswahl:

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