Bundestagswahl 2021: die Parteien

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An der Bundestagswahl 2017 haben 42 Parteien teilgenommen. Bei der vorletzten Bundestagswahl im Jahr 2013 waren es nur 34. Die meisten Parteien traten mit Landeslisten an. Acht der 42 kandidierenden Parteien traten jedoch nur mit WahlkreiskandidatInnen an.

Parteien, die an der Bundestagswahl 2021 teilnehmen werden

Die „etablierten“ Parteien

Als „etabliert“ gelten Parteien, die seit der letzten Bundestagswahl entweder im Bundestag oder in einem Landtag ununterbrochen mit mindestens fünf Abgeordneten vertreten sind.

Bei der Bundestagswahl 2017 traten folgende etablierte Parteien an: CDU, SPD, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen, CSU, FDP, AfD, die Piratenpartei und die Freien Wähler. Diese Parteien erreichten auch bei der vorletzten Bundestagswahl mindestens 1 Prozent der Erststimmen (Wahlkreis) sowie der Zweitstimmen (Landeslisten).

  • FDP (Freie Demokratische Partei)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 2.083.533 (4,8 %)
    Mitgliederzahl: ca. 54.000
  • AFD (Alternative für Deutschland)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 2.056.985 (4,7 %)
    Mitgliederzahl: ca. 25.000
  • PIRATEN (Piratenpartei Deutschland)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 959.177 (2,2 %)
    Mitgliederzahl: ca. 12.000
  • FREIE WÄHLER
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 423.977 (1,0 %)
    Mitgliederzahl: ca. 6.500

Parteien bei Bundestagswahl 2020 - Deutscher Bundestag Plenarsaal

Das Herzstück des Deutschen Bundestages: der Plenarsaal.

Foto: Times. Quelle: Wikipedia. Lizenz: u.a. CC BY-SA 3.0

Die „nicht-etablierten“ Parteien

Die NPD zählt nicht mehr zu den etablierten Parteien

Im September 2016 scheiterte die NPD an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern. Sie verlor dadurch ihre sechs Abgeordneten im Landtag. Seitdem ist sie weder im Bundestag noch in Landtagen vertreten und gilt nicht mehr als etabliert.

  • NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 560.828 (1,3 %)
    Mitgliederzahl: ca. 5.000

Um sich die Landschaft der Kleinparteien besser vorstellen zu können, werden in den folgenden Diagramme die Ergebnisse der nicht-etablierten Parteien bei der Bundestagswahl 2013 vorgestellt.1

Liste der Kleinparteien: 1. Teil

Parteien mit einer Anzahl an Zweitstimmen zwischen 40.000 und 150.000:

Parteien, die bei der Bundestagswahl zugelassen sind

  • TIERSCHUTZPARTEI (Partei Mensch Umwelt Tierschutz)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 140.366
    Mitgliederzahl: ca. 1.300
  • ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 127.088
    Mitgliederzahl: ca. 6.000
  • REP (Die Republikaner)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 91.193
    Mitgliederzahl: ca. 4.500
  • DIE PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 78.674
    Mitgliederzahl: ca. 20.000 (?)
  • BP (Bayernpartei)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 57.395
    Mitgliederzahl: ca. 6.000

Die Partei Bürgerbewegung pro Deutschland (Kurzbezeichnung: pro Deutschland, ca. 1.100 Mitglieder) nahm an der Bundestagswahl 2017 nicht teil und ist aus diesem Grund nicht im Diagramm dargestellt. Bei der vorletzten Bundestagswahl konnte sie 73.854 Wähler überzeugen.

Liste der Kleinparteien: 2. Teil

Parteien mit einer Anzahl an Zweitstimmen zwischen 15.000 und 40.000:

Kleinparteien bei der Bundestagswahl

  • Volksabstimmung (Ab jetzt … Demokratie durch Volksabstimmung; Politik für die Menschen)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 28.654
    Mitgliederzahl: ca. 1.000
  • PDV (Partei der Vernunft)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 24.719
    Mitgliederzahl: ca. 550
  • MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 24.219
    Mitgliederzahl: ca. 1.800
  • PBC (Partei Bibeltreuer Christen)
    → Bundestagswahl 2017: Bündnis C – Christen für Deutschland
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 18.542
    Mitgliederzahl: ca. 3.500

Die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) nahm an der Bundestagswahl 2013 in Baden-Württemberg und Niedersachsen teil. Dabei wurde sie von der Partei für Arbeit, Umwelt und Familie (AUF) unterstützt, die selbst nicht an der Wahl teilnahm. 2015 fusionierten beide Parteien, die entstandene Vereinigung trägt den Namen Bündnis C – Christen für Deutschland. Die neue Partei nahm an der Bundestagswahl 2017 teil.2

Das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) nahm an der Bundestagswahl 2017 nicht teil. Der Partei wird eine Verbindung zu der vom türkischen Präsidenten Erdoğan angeführten Regierungspartei AKP nachgesagt. Bei der Bundestagswahl 2013 bekam die BIG 17.743 Zweitstimmen. Ein ähnliches Ergebnis erreichte sie bei der Landtagswahl 2017 in NRW.

Liste der Kleinparteien: 3. Teil

Parteien mit einer Anzahl an Zweitstimmen unter 15.000:

Kleinstparteien bei Bundestagswahlen

  • BüSo (Bürgerrechtsbewegung Solidarität)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 12.814
    Mitgliederzahl: ca. 1.100
  • Feministische Partei DIE FRAUEN
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 12.148
    Mitgliederzahl: 376
  • Die Violetten
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 8.211
    Mitgliederzahl: ca. 700
  • Familien-Partei Deutschlands (FAMILIE)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 7.449
    Mitgliederzahl: ca. 600
  • Partei für Soziale Gleichheit (PSG)
    → Bundestagswahl 2017: Umbenennung in Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (Kurzbezeichnung SGP)
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 4.564
    Mitgliederzahl: ca. 300
  • Die Rechte
    Zweitstimmen bei der letzten Wahl: 2.245
    Mitgliederzahl: ca. 650

Die Partei der Nichtwähler (Kurzbezeichnung: Nichtwähler) nahm an der Bundestagswahl 2017 nicht Teil. Bei der vorletzten Bundestagswahl bekam die 1998 gegründete Partei 11.343 Zweitstimmen.

Die Rentnerinnen- und Rentner-Partei (Bündnis 21/RRP) bekam bei der Bundestagswahl 2013 8.578 Wählerstimmen. Die Partei löste sich im Mai 2016 auf.

Parteien, die 2017 zum ersten Mal bei einer Bundes­tags­wahl antraten

An der Bundes­tags­wahl 2017 nahmen folgende „neue“ Parteien teil:

  • Deutsche Mitte (DM)
    Mitgliederzahl: ca. 2.500

Die Partei Deutsche Mitte wurde 2013 von Christoph Hörstel gegründet. Laut eigenen Angaben hat DM die Ethik als oberstes Prinzip.

  • Bündnis Grundeinkommen (BGE)
    Mitgliederzahl: ca. 250. Das BGE ist keine Mitgliederpartei. Mitglieder werden nur aufgenommen, wenn sie von zwei Mitgliedern unterstützt werden.

Das Bündnis Grundeinkommen ist eine monothematische Partei, die sich für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens einsetzt.

  • V-Partei3 — Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer
    Mitgliederzahl: ca. 1400

Die V-Partei3 setzt sich für Umwelt- und Klimaschutz, Tierrechte und Verbraucherschutz ein. Bei der Bundestagswahl 2017 trat die V-Partei3 in 12 Bundesländern an.

Parteien, die nach Ihrer Zulassung von der Bundestagswahl zurückgetreten sind

Im August 2017 wurden 48 Parteien offiziell zugelassen. Sechs dieser Parteien haben vor der Wahl auf ihre Teilnahme verzichtet:

  • Deutsche Konservative
  • Deutsche Zentrumspartei – Älteste Partei Deutschlands gegründet 1870
  • Die Gerade Partei
  • Die Republikaner
  • Jugend- und Entwicklungspartei Deutschlands
  • Transhumane Partei Deutschland

Weitere Parteien, die an der Bundestagswahl 2017 nicht teilgenommen haben

  • Liberal-konservative Reformer (LKR)
    Mitgliederzahl: ca. 2.000

Der Spitzenkandidat der LKR ist der Mit­begründer und ehemalige Bundes­sprecher der AfD Bernd Lucke. Dieser gründete die LKR (damals ALFA), nachdem er 2015 aus der AfD gedrängt worden war.

Juni 2017: Auf dem Parteitag der LKR stimmten die Mitglieder gegen eine Teilnahme der Partei an der Bundestagswahl. Infolgedessen trat die LKR bei der Wahl im September 2017 nicht an.3

  • Rentner Partei Deutschland (RENTNER)

Die 2002 in Kassel gegründete „Rentner Partei Deutschland“ konnte bei der Bundestagswahl 2013 25.134 Zweitstimmen gewinnen. Diese Partei nahm an der Bundestagswahl 2017 nicht teil: Sie löste sich 2016 auf.4 Aus diesem Grund wird sie in dem zweiten Diagramm der Kleinparteien nicht erwähnt.

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  1. Obwohl die NPD nicht mehr zu den etablierten Parteien gehört, ist sie wegen ihrer Wesensverwandtschaft mit dem Nationalsozialismus nicht Teil des Diagramms.
  2. Quellen: Wikipedia, Bündnis C – Christen für Deutschland, Website von Bündnis C
  3. Zeit Online: Bernd Lucke: LKR werden nicht bei Bundestagswahl antreten, 17.06.2017
  4. Quelle: Wikipedia, Rentner Partei Deutschland