Bundestagswahl 2021

Bundestagswahl 2021 - Deutscher Bundestag

Die nächste Bundestagswahl wird voraus­sichtlich im Herbst 2021 stattfinden. Offiziell wird sie „Wahl zum 20. Deutschen Bundestag“ genannt. Mehr Infos über das Datum der Wahl, mögliche vorgezogene Neu­wahlen sowie weitere Termine rund um die Wahl finden Sie im folgenden Artikel:

Wann findet die nächste Bundestagswahl statt?

Umfragen und Prognosen für die Bundestagswahl 2021

Zuletzt aktualisiert: 07.12.2018

Folgendes Diagramm zeigt den Durchschnitt der zwei letzten großen Umfragen1 (sogenannte Sonntagsfragen) zur Bundestagswahl 2021.

Prognose

Bundestagswahl 2021Bundestagswahl 2021 - Prognose (Gewinne und Verluste)

Ausgangslage

Ausgangslage im Vorfeld der Bundestagswahl 2021

Die Aussichten der Union bei der Bundestagswahl 2021

Bei der nächsten Bundestagswahl werden laut aktuellen Umfragen2 29,5 Prozent der Wähler ihre Stimme für die CDU/CSU abgeben. Dies würde einen Rückgang von 3,4 Prozent­punkten im Vergleich zur letzten Wahl bedeuten. Gegenüber dem Ergebnis aus dem Jahr 2013 würde die Union sogar ganze 12 Prozent­punkte verlieren.

Wahlergebnisse

Wahlergebnisse der Union (CDU und CSU) im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Karte

Geographische Verteilung der CDU/CSU-Wähler

Besonders hohe Ergebnisse von über 40 Prozent erhielt die CDU 2017 in Teilen von Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. In Bayern konnte die CSU größten­teils hohe Prozent­zahlen erreichen und erhielt insgesamt 38,8 Prozent der Stimmen.

Ergebnis der Unionsparteien (CDU und CSU) bei der Bundestagswahl (Karte)

Wenig Erfolg hingegen hat die Union in weiten Teilen Sachsens und Brandenburgs sowie in einigen Teilen der Bundesländer Thüringen und Sachsen-Anhalt. Besonders in Sachsen und Sachsen-Anhalt verlor die CDU gegenüber der vorher­gehenden Wahl viele Wähler.

Langfristig betrachtet zeigt sich ebenfalls ein Rückgang an Stimmen für die CDU/CSU. Seit der Wahl 1983 erreichte die Union keine Werte über 45 Prozent mehr. In den letzten 20 Jahren lag die CDU/CSU mit einer Ausnahme stets unter 40 Prozent­punkte. Einzig im Jahr 2013 konnte die Partei 41,5 Prozent der Wähler von sich überzeugen.

Erfolgsaussichten der Union

Wie sich die Zustimmung der Wähler für die Union entwickeln wird, hängt unter anderem von den folgenden drei Faktoren ab:

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Bundestagswahl 2021: Bündnis 90/Die Grünen

Wahlergebnisse

Wahlergebnisse von Bündnis 90-Die Gruenen bei Bundestagswahlen

Karte

Ergebnis der Grünen bei der Bundestagswahl (Karte)

Die Grünen verzeichnen bei der nächsten Bundestagswahl möglicherweise den stärksten Zuwachs aller Parteien: Sie könnten im Vergleich zur letzten Bundestags­wahl 12,6 Prozent­punkte hinzugewinnen und 21,0 Prozent der Stimmen bekommen. Damit würden die Grünen ihr bisher bestes Ergebnis auf Bundes­ebene im Jahr 2009 (10,7 Prozent­punkte) deutlich übertrumpfen.

Nächste Bundestagswahl - Wahlergebnisse der Gruenen bei Landtags- und Bundestagswahlen

Die SPD im Abwärtstrend

Können sich die Sozialdemokraten bis zur nächsten Bundestagswahl erholen?

Bei der Bundestagswahl 2021 erhielte die SPD laut aktuellen Umfragen 14,0 Prozent der Wähler­stimmen und verlöre damit gegenüber der Wahl 2017 6,5 Prozent­punkte. Diese Prognose stellt eine Fortsetzung des seit 1998 bestehenden Abwärts­trends der SPD dar. In den vergangen 20 Jahren verlor die SPD insgesamt knapp die Hälfte ihrer Wähler.

Wahlergebnisse

Wahlergebnisse der SPD im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Karte

Ergebnis der SPD bei der Bundestagswahl (Karte)

Ob die SPD diesen Trend bei der nächsten Bundestagswahl aufhalten kann, hängt unter anderem von den folgenden zwei Faktoren ab:


Bundestagswahl 2021: die Alternative für Deutschland

Die AfD würde laut Prognose einen spürbaren Stimm­zuwachs verzeichnen und bei der Bundestagswahl 2021 möglicher­weise 0,9 Prozent­punkte mehr als 2017 erreichen. Im Laufe der Legislatur­periode 2017–2021 wird sich zeigen, ob die AfD ein ähnliches Schicksal erwartet wie die Piraten in der vorherigen Legislatur­periode.

Wahlergebnisse der AfD im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Die FDP im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Bundestagswahl – Wahlergebnisse der FDP

Die FDP verzeichnet laut Umfragen für die Bundestagswahl 2021 ein Minus von 2,7 Prozent­punkten. Wie bei der SPD hängt das Ergebnis der Liberalen bei der Bundestagswahl 2021 wesentlich vom Erfolg oder Scheitern der Großen Koalition in der laufenden Legislaturperiode ab.

Bundestagswahl 2021: DIE LINKE.

Wahlergebnisse der Partei DIE LINKE im Hinblick auf die nächste Bundestagswahl

Die Linke könnte laut Umfragen ihren status quo erhalten und 8,0 Prozent der Zweit­stimmen bekommen. Dieses Ergebnis liegt deutlich unter dem besten bisherigen Ergebnis von 11,9 Prozent­punkten bei der Bundestagswahl 2009.

Bundestagswahl 2021: Sitzverteilung im Bundestag

Der Bundestag setzt sich regulär aus 598 Mitgliedern zusammen (ohne Über­hang­- und Aus­gleichs­man­date). Die Sitzzuteilung erfolgt nach dem Sainte-Laguë/Schepers-Verfahren.9 Demnach ergäbe sich laut Umfragen folgende Sitz­verteilung im Bundestag:

Prognose

Nächste Bundestagswahl - Sitzverteilung im Bundestag

Ausgangslage

Ausgangslage bei der Sitzverteilung im Deutschen Bundestag (Anfang der Legislaturperiode 2017–2021)

In der Praxis ist die Anzahl der Abgeordneten wegen Überhang- und Ausgleichs­mandaten10 deutlich höher: Zu Beginn der Legislaturperiode 2017–2021 hatte der 19. Bundestag 709 Abgeordnete.

Koalitionen nach der Bundestagswahl 2021

Bei den möglichen Koalitionen nach der Bundestags­wahl 2021 wird mit einer Besetzung des Bundestags mit 598 Sitzen gerechnet. Bei einer fiktiven Sitz­verteilung ohne Ausgleichs- und Überhang­mandate ergibt sich ab 300 Sitzen eine Mehrheit im Bundestag.

Mögliche Koalition nach der nächsten Bundestagswahl

Es gibt nur drei Koalitions­möglichkeiten, die laut derzeitigen Umfragen möglich wären:

  • Schwarz-rot-grüne Koalition (Union + SPD + Grüne, auch Kenia-Koalition genannt)
  • Jamaika-Koalition (Union + FDP + Grüne)
  • Schwarz-grüne Koalition (Union + Grüne)

Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen

Seit 1976 sinkt die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen. Obwohl der Rückgang nicht kontinuierlich verläuft, ist der bisherige Trend eindeutig. Ihren historischen Tiefstand erreichte die Wahl­beteiligung bei der Bundestagswahl 2009: Nur 70,8 Prozent der Wahl­berechtigten machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen

Bei Wahlforschern herrscht Konsens darüber, dass der Erstauftritt der AfD bei einer Bundestags­wahl die Wahl­beteiligung steigen ließ,11 und dies gleich aus zwei Gründen. Zum einen stimmten laut Infratest dimap 1,47 Millionen bisherige Nichtwähler für die AfD,12 zum anderen zog die Angst vor einem Wahlsieg der AfD mehr Anhänger der Alt-Parteien in die Wahllokale.

Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2021

Das Wahlforschungsinstitut Forsa veröffentlicht bei seiner wöchentlichen „Sonntagsfrage“ zur Bundestagswahl den Anteil der „Nichtwähler und Unent­schlossenen“ – zuletzt betrug dieser 24 Prozent. Dies entspräche einer Wahl­beteiligung von 76 Prozent.

Dieses Umfrageergebnis hat sich bei den vergangenen Bundestags­wahlen als relativ zuverlässig gezeigt, um zumindest die Größen­ordnung der Wahl­beteiligung bei der nächsten Bundestagswahl abschätzen zu können.

Frauenanteil im Deutschen Bundestag

Zwischen 1949 und 1982 blieb der Frauen­anteil im Bundestag relativ konstant und stets unter zehn Prozent. Der Einzug der Grünen in den Bundestag nach der Bundestags­wahl 1983 initiierte nach mehr als 30 Jahren eine Veränderung, die zu 20 Jahren Fortschritt führte.

Frauenanteil im Bundestag vor der Bundestagswahl 2021

Erst die Einführung von Frauen­quoten bei einzelnen Parteien führte zu einer spürbaren Erhöhung des Frauen­anteils im Bundestag:

  • Vor der Bundestagswahl 1987 beschlossen die Grünen die Mindest­parität für alle grünen Gremien und Wahllisten, damals ein Novum.13 Als direkte Konsequenz sprang der Frauen­anteil im Bundestag um 5,6 Prozent­punkte in die Höhe auf 15,4 Prozent.
  • Vor der Bundestagswahl 1990 führte die SPD eine 33-Prozent-Quote und die PDS (später Die Linke) eine „50-prozentige Mindest­quotierung“ ein.14 Als Folge davon stieg der Frauen­anteil um mehr als fünf Prozent­punkte auf 20,5 Prozent.
  • Vor der Bundestagswahl 1994 erhöhte die SPD ihre „Geschlechter­quote“ auf 40 Prozent.15 Daraufhin stieg der Frauen­anteil im Bundestag um weitere 5,7 Prozent­punkte auf 26,2 Prozent.
  • Vor der Bundestagswahl 1998 führte die CDU ein Frauen­quorum (eine abgeschwächte Form der Frauenquote) von einem Drittel ein. Dadurch stieg der Frauen­anteil im Bundestag noch einmal sprunghaft an und erreichte 30,9 Prozent.

Stagnation des Frauenanteils und Aussichten für die nächste Bundestagswahl

Seit 2002 stagniert der Frauen­anteil im Bundestag. Die Bundestags­wahl 2017 führte sogar zu einem starken Rückgang, der auf den Eintritt der AfD in den Bundestag zurück­zuführen ist. Zu Beginn der Legislatur­periode waren nur zehn von insgesamt 94 AfD-Abgeordneten weiblich (10,6 Prozent).16 Somit hat die AfD den bei Weitem niedrigsten Frauen­anteil aller Bundestags­fraktionen und senkt dadurch den Durchschnitt im Bundestag.

Frauenanteil nach Fraktionen im Bundesag – (Legislaturperiode 2017–2021)

Die Aussichten auf einen Anstieg des Frauen­anteils im Bundestag nach der Bundestags­wahl 2021 sind gering. Ohne neue oder erhöhte Frauenquoten bei den Parteien wird der Frauen­anteil im Bundestag wohl weiterhin stagnieren.

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Wann findet die nächste Bundestagswahl statt? Datum der Bundestagswahl 2021 Der Bundestag wird für vier Jahre gewählt. Genaueres zur möglichen Zeitspanne für die Bundestagswahl wird im Artikel 39 des Grundgesetzes e...
  1. Forsa-Umfrage vom 06.12.2018 sowie Infratest dimap-Umfrage vom 07.12.2018
  2. Ebd.
  3. Siehe: FAZ, Dauerstreit in der Union: Wie die Wahlen in Hessen und Bayern die Republik verändern könnten, 09.10.2018
  4. Siehe: Der Tagesspiegel, Streit von CSU und CDU: Dobrindt spekuliert offen über Ende der Union im Bund, 22.06.2018
  5. Siehe: Zeit Online,
    Sozialdemokratie: Und was rettet die SPD? Ein Gastbeitrag von Sigmar Gabriel, 31.10.2018
  6. Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), SPD zählt über 10.000 Neu-Mitglieder seit Schulz-Nominierung, 02.03.2017
  7. Quelle: Spiegel Online, Schulz-Effekt – Nichtwähler verhelfen SPD zu Umfragehoch, 13.02.2017
  8. Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk, SPD will „K-Frage“ künftig früher klären, 11.06.2018
  9. Siehe „Sainte-Laguë/Schepers“ auf der Website des Bundeswahlleiters
  10. Wie Überhang- und Ausgleichs­mandate entstehen, wird im folgenden Video der Bundeszentrale für politische Bildung erklärt: Überhang- und Ausgleichsmandate
  11. Quelle: Handelsblatt, AfD treibt Wahlbeteiligung nach oben, 25.09.2017
  12. Quelle: Zeit Online, Merkel-Enttäuschte und Nichtwähler machen die AfD stark, 24.09.2017
  13. Quelle: Heinrich-Böll-Stiftung, 30 Jahre Grüne Frauenpolitik – Mission erfüllt?, 19.04.2013
  14. Quelle: Melanie Werner, Gesetzesrecht und Satzungsrecht bei der Kandidaten­aufstellung politischer Parteien, 21. Juli 2010, Seite 150–152
  15. Quelle: Geschichtswerkstatt in der SPD Schleswig-Holstein, Geschlechter­quote, abgerufen am 06.03.2018
  16. Nach dem Rücktritt von Frauke Petry und Mario Mieruch aus der Bundestags­fraktion im Oktober 2017 sind 9 von 93 AfD-Abgeordneten weiblich (nur noch 9,7 Prozent Frauen).

3 Comments

  1. Eigentlich nicht möglich – trotzdem der Versuch:

    • Die CDU wird versuchen Entscheidungen der jüngeren Vergangenheit vergessen zu lassen – was nicht gelingen wird.
    • Die SPD wird nichts lernen und verzwergen – ein Drama
    • Die Grünen heute Kinder des Wohlstands haben die Zukunft schon hinter sich – wirtschaftlich bleibt es nicht so teilweise auch ihre Schuld.
    • Die Linken werden zulegen, wie sehr hängt auch von der Wirtschaft ab.
    • Die AfD hat große Chancen auch die CDU ab zu lösen, entscheidend wird ihr Personal sein.
    • Die FDP wird bleiben was sie ist – als Zünglein an der Waage.
  2. Die SPD ließ mit Gabriel ihr bestes Zugpferd gehen, Scholz war von Anfang an ein Schuß in den Ofen.

    Mit Sahra wird die linke Wählervereinigung hoffentlich eine „Wende“ im
    ewigen Aussitzen der akt. Probleme erreichen können.

  3. Mal eine vorsichtige Prognose für die Bundestagswahl 2021:

    • Alexander Gauland wird mit 80 Jahren nach Adenauer (1961) zum zweitältesten Bundeskanzler der BRD nominiert.
    • Die Grünen haben sich mangels Mitglieder-Zahl aufgelöst.
    • Die SPD scheitert an der 5-%-Hürde.
    • Der Ex-Astronaut Thomas Reiter wird neuer Bundes-Finanzminister – weil er sich im luftleeren Raum am besten auskennt.
    • Und in seiner ersten Sitzung erklärt das neue Kabinett einstimmig den Bob-Marley-Klassiker „No woman – no cry!“ zur neuen National-Hymne.

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