Bundestagswahl 2021: mögliche Spitzenkandidaten der Parteien

Zuletzt aktualisiert: 20.11.2018

Kandidaten bei der nächsten Bundestagswahl

Angela Merkel nicht erneut Spitzenkandidatin

Angela Merkel ist seit 2005 Bundes­kanzlerin. Im Jahr 2021 wird sie voraus­sichtlich 16 Jahre Bundes­kanzlerin gewesen sein. Somit wird sie so lange im Amt gewesen sein wie der bisherige „Rekord­kanzler“ Helmut Kohl, Bundes­kanzler von 1982 bis 1998 (eben­falls 16 Jahre).

Auch wenn Angela Merkel laut Gesetz wieder antreten dürfte, gilt es als un­wahr­scheinlich, dass sie bei der Bundestags­wahl 2021 erneut Spitzen­kandidatin der Union wird.1, 2

Merkels Alter spricht gegen eine erneute Spitzen­kandidatur: Zum Zeit­punkt der nächsten Bundestags­wahl ist sie 67 Jahre alt und hat damit die Regel­alters­grenze (das reguläre Renten­eintritts­alter für ihren Geburts­jahrgang) bereits seit anderthalb Jahren überschritten.

Merkels mögliche Nachfolger

Mehr als zehn CDU-Politiker gelten als potenzielle Kandidaten für die Nachfolge von Angela Merkel.3 Hier stellen wir drei mögliche NachfolgerInnen vor, die als Favoriten gelten:

1. Annegret Kramp-Karrenbauer

Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK), 55, war von 2012 bis 2018 Minister­präsidentin des Saarlandes. Im Februar 2018 wurde sie von Angela Merkel als neue General­sekretärin der CDU vorgestellt. Sie wird Nach­folgerin von Peter Tauber und gibt dafür ihr Amt im Saarland auf.

Bundestagswahl 2021 - Annegret Kramp-Karrenbauer, mögliche Spitzenkandidatin der Union und Nachfolgerin von Angela Merkel

Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als designierte Nachfolgerin von Angela Merkel

Foto: Sandro Halank. Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Kramp-Karrenbauer gehört zu den engsten Vertrauten Merkels in der CDU-Führungs­riege.4 Unter den möglichen Nachfolgern von Angela Merkel gilt sie als klare Favoritin und wird in manchen Medien bereits „Kron­prinzessin“ oder „General­erbin“ genannt.5, 6

2. Julia Klöckner

Seit Anfang 2018 ist Julia Klöckner (46) Teil des Kabinetts Merkel IV und bekleidet das Amt der Bundes­ministerin für Ernährung und Land­wirtschaft. Zudem ist sie seit 2012 eine von Angela Merkels Stell­vertreter(inne)n im CDU-Bundes­vorstand und seit 2002 Abgeordnete im Deutschen Bundestag.

Julia Klöckner war in ihrem Heimatland Rheinland-Pfalz Spitzen­kandidatin der CDU und unterlag mit ihrer Partei bei den Landtags­wahlen 2011 und 2016 zweimal der SPD. Ihre Mandate auf Bundesebene verbindet Klöckner mit politischen Ämtern auf Landes­ebene: Seit 2010 ist sie Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz.

Bundestagswahl 2021 - Julia Klöckner (Mögliche Kandidatin der CDU)

Julia Klöckner setzt sich gegen den Flügel-Kampf in der CDU ein. Sie ist eine der möglichen Nachfolger Merkels

Foto: Olaf Kosinsky/Skillshare.eu. Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Julia Klöckner wird als eine mögliche Nachfolgerin für Kanzlerin Angela Merkel gesehen.7 Dabei hebt sie sich besonders durch ein halb­distanziertes Verhältnis zu Angela Merkel von der als Merkel-nah geltenden Annegret Kramp-Karrenbauer und dem Merkel-Kritiker Jens Spahn ab.

Klöckner ist Mitglied im Zentralrat der Katholiken und setzt sich für ein Verbot der Voll­verschleierung von muslimischen Frauen in Deutschland ein.8 Als Bundes­landwirtschafts­ministerin plant sie eine Erhöhung der Forschungs­förderung von Bio-Landwirtschaft, äußert sich aber zögerlich zu einem Verbot von Glyphosat.9

3. Jens Spahn

Der gelernte Bankkaufmann Jens Spahn (37) war 2002 jüngstes Mitglied im Deutschen Bundestag. Von 2009 bis 2015 war er gesundheits­politischer Sprecher der Union, 2013 bis 2018 Parlamentarischer Staats­sekretär für Finanzen.

Spahn ist seit 2018 Bundes­minister für Gesundheit im Kabinett Merkel IV.10 Er gilt als kompetent, ehrgeizig und weiß sich zu positionieren, was ihn für höchste Aufgaben qualifizieren dürfte. Die Neue Zürcher Zeitung sieht in Spahn sogar ein „Kanzler-Gen“.11

Jens Spahn als potentieller Nachfolger Merkels nach der nächsten Bundestagswahl

Der Gesundheitsminister Jens Spahn wird immer wieder als möglicher Merkel-Nachfolger genannt

Foto: Stephan Baumann. Quelle: Wikimedia. Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

Vielen gilt der wirtschafts­liberale Politiker als Nachwuchs­hoffnung für einen bevor­stehenden Generations­wechsel in der Union, der vor allem dem konservativen Flügel dienen dürfte. Als Jungpolitiker trauen ihm viele dieses Amt noch nicht zu. Ein Blick zu Merkels Amtskollegen Sebastian Kurz nach Österreich zeigt, dass eine Steilkarriere frischen Wind in einen Bundestag bringen kann.

Während Spahn unter Neokonservativen als „Hipster der neuen Rechten“ gilt
12, werfen seine jüngsten Handlungen im politisch stark umkämpften Amt des Gesundheits­ministers unter liberalen Markt­wirtschaftlern Fragen auf.

Der designierte Gesundheitsminister kündigte Beitrags­erhöhungen der Pflege­versicherung und Untergrenzen für Pflege­personal in Kranken­häusern an. Auch wolle er „zweistellige Rendite“ im Gesundheits­sektor unterbinden – wobei er verschweigt, wo diese dort zu finden seien. Somit zeigt er sich bürgernah und problem­bewusst, Kritiker werfen ihm Populismus vor.13

Bisher navigierte sich Spahn erfolgreich durch den Lobbydschungel im Gesundheits­wesen. In seiner Vergangenheit als CDU-Gesundheits­experte warf man ihm selbst Lobbyismus vor: bis 2010 hielt Spahn Anteile an der Pharma-Lobby­agentur Politas, womit er Negativ­schlagzeilen machte, die sein Ansehen jedoch nicht nachhaltig beschädigten14

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Die möglichen Spitzenkandidaten der SPD: Wer führt die Partei aus der Krise?

Bei den letzten Bundestagswahlen wurde der Spitzen­kandidat der SPD stets erst einige Monate vor der Wahl bekannt­gegeben. Doch dieses Verfahren hatte auch zur Folge, dass der Kandidat nur einen kurzen Wahlkampf führen konnte.

Deswegen hat die SPD-Führung beschlossen, den Kandidaten oder die Kandidatin für die Bundestags­wahl 2021 deutlich früher bekannt­zugeben.15 Derzeit haben Andrea Nahles und Olaf Scholz Aussichten auf die Spitzenkandidatur.

1. Andrea Nahles: von der Parteivorsitzenden zur Spitzenkandidatin?

Für die Bundestagswahl 2021 gilt Andrea Nahles, derzeit Partei­vorsitzende und Fraktionschefin, als mögliche Spitzen­kandidatin der SPD. Sie wäre damit bei den Sozial­demokraten die erste Frau auf diesem Posten.

Andrea Nahles wurde im Juni 1970 in Rheinland-Pfalz geboren. Sie stammt aus einer katholisch geprägten Familie der Mittelschicht und ist auch heute noch bekennende Katholikin. An der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn studierte sie Germanistik und Literaturwissenschaften.

Andrea Nahles‘ steiler Aufstieg in die Parteiführung

Bereits als 18-Jährige trat Andrea Nahles in die SPD ein und war zwischen 1995 und 1999 Bundesvorsitzende der Jungsozialisten. Von 1998 bis 2002 war Nahles erstmals Bundestagsabgeordnete der SPD. Seit 2005 ist sie durchgehend Mitglied im Bundestag. 2007 wurde Nahles zur stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt.

Andrea Nahles – Wird sie Bundeskanzlerin?

Andrea Nahles war von 2009 bis 2013 Generalsekretärin der SPD

Foto: Neumann und Rodtmann. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

In der Legislaturperiode 2013–2017 war sie Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Ihre Wahl zur Fraktionschefin der SPD im Bundestag im September 2017 erfolgte mit einer Zustimmung von 90 Prozent. Im Gegensatz dazu erhielt sie bei ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden im April 2018 nur knapp zwei Drittel der Stimmen.


2. Olaf Scholz: vom Vizekanzler zum Kanzlerkandidaten?

Für die nächste Bundestagswahl, wie schon für die Bundestagswahl 2017, wird Olaf Scholz als möglicher Spitzenkandidat der SPD gehandelt.

Olaf Scholz wurde im Juni 1958 in Osnabrück geboren und wuchs in Hamburg auf. Er nahm 1978 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Hamburger Universität auf. Als Fachanwalt für Arbeitsrecht gründete er eine Anwaltskanzlei, in der er noch Partner ist.

Olaf Scholz‘ Karriere in der SPD

Seit Dezember 2001 ist Olaf Scholz Mitglied im Parteivorstand der SPD. 2002 wurde er mit 91,3 Prozent zum Generalsekretär der SPD gewählt, ein Amt, das er bis 2004 innehatte. Im November 2009 wurde er stellvertretender Parteivorsitzenden der SPD.

Olaf Scholz, möglicher Spitzenkandidat der SPD bei der nächsten Bundestagswahl

Olaf Scholz ist seit März 2018 Bundesminister der Finanzen

Foto: Inga Kjer/Photothek/Deutscher Bundestag. Quelle: Flickr. Lizenz: CC BY-SA 2.0

Nachdem Martin Schulz im Februar 2018 vom Parteivorsitz zurückgetreten war, wurde Scholz für zwei Monate sein kommissarischer Nachfolger. Nach ihrer Wahl im April 2018 übernahm Andrea Nahles diese Position und Scholz wurde erneut stellvertretender Parteivorsitzender.

Olaf Scholz‘ Weg in die Bundesregierung

Abgesehen von einer kurzen Phase zwischen 2001 und 2002 ist Olaf Scholz seit 1998 Mitglied des Deutschen Bundestags. Im Herbst 2007 wurde er Bundesminister für Arbeit und Soziales und führte dieses Amt zwei Jahre lang aus. Eben dieser Posten wurde vier Jahre später mit Andrea Nahles besetzt.

Zwischen März 2011 und März 2018 war Olaf Scholz Erster Bürgermeister Hamburgs. Als er im März 2018 zum Bundesminister der Finanzen ernannt wurde, legte er das Amt des Bürgermeisters nieder. Außerdem ist Olaf Scholz der amtierende Vizekanzler.


Diese Seite wird in Kürze um weitere Parteien und Kandidaten erweitert.

Wann findet die nächste Bundestagswahl statt?

Datum der Bundestagswahl 2021

Der Bundestag wird für vier Jahre gewählt. Genaueres zur möglichen Zeitspanne für die Bundestagswahl wird im Artikel 39 des Grundgesetzes erläutert. So findet die Neuwahl frühestens sechsundvierzig, spätestens achtundvierzig Monate nach Beginn der Wahlperiode statt.

Wann ist die übernächste Bundestagswahl? Termin der BTW 2021.

Darüber hinaus muss der Wahltag ein Sonntag oder ein gesetzlicher Feiertag sein. In den letzten drei Jahrzehnten fanden Bundestagswahlen am letzten oder vorletzten Sonntag im September statt. In diesem Fall wäre das Datum der nächsten Bundestagswahl einer der folgenden Termine:

Könnte die Bundestagswahl schon früher stattfinden?

Die Wahl zum Deutschen Bundestag könnte allein durch eine vorzeitige Auflösung (Vertrauensfrage) früher stattfinden. In der Geschichte des Deutschen Bundestages ist dies schon zweimal passiert, in den Jahren 1982/1983 (Helmut Kohl) und 2005 (Gerhard Schröder). Wird der Bundestag aufgelöst, müssen innerhalb von 60 Tagen nach der Auflösungsentscheidung vorgezogene Neuwahlen stattfinden.

Wann findet die übernächste Bundestagswahl statt?
Die übernächste deutsche Bundestagswahl findet voraussichtlich im Herbst 2025 statt.

Bundestagswahl 2021 - Das Bild zeigt die Widmung 'dem deutschen Volke' auf dem Bundestag

Wo finde ich am Wahlabend Live-Ergebnisse (Hochrechnungen)?

Wie auch bei den Bundestagswahlen 2013 und 2017 bieten ARD und ZDF Live-Ergebnisse zur Wahl mit Diagrammen, Tabellen, Grafiken und Analysen. Die Ergebnisseite der FAZ punktet mit klaren und übersichtlichen Diagrammen. Der Spiegel und die Welt bieten ebenfalls Seiten mit Live-Tickers, Prognosen und Ergebnissen zur Wahl.

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Wahltermine vergangener Bundestagswahlen

Seit 1949 fanden insgesamt 19 Bundestagswahlen statt, 14 davon in den Monaten September und Oktober. Die sechs letzten Bundestagswahlen wurden in der zweiten Septemberhälfte durchgeführt.

Obgleich § 16 des Bundeswahlgesetzes die Möglichkeit eines Wahltags an einem gesetzlichen Feiertag vorsieht (und somit an einem anderen Wochentag als Sonntag), ist dieser Fall noch nie eingetreten.

Im Folgenden finden Sie eine Liste der Wahltermine aller bisherigen Bundestagswahlen.

Bundestagswahl

Wahltermin

Bundestagswahl 2017

Sonntag, 24. September

Bundestagswahl 2013

Sonntag, 22. September

Bundestagswahl 2009

Sonntag, 27. September

Bundestagswahl 2005

Sonntag, 18. September

(vorgezogene Neuwahl)

Bundestagswahl 2002

Sonntag, 22. September

Bundestagswahl 1998

Sonntag, 27. September

Bundestagswahl 1994

Sonntag, 16. Oktober

Bundestagswahl 1990

Sonntag, 2. Dezember

Deutsche Wiedervereinigung

3. Oktober 1990

Bundestagswahl 1987

Sonntag, 25. Januar

Bundestagswahl 1983

Sonntag, 6. März

(vorgezogene Neuwahl)

Bundestagswahl 1980

Sonntag, 5. Oktober

Bundestagswahl 1976

Sonntag, 3. Oktober

Bundestagswahl 1972

Sonntag, 19. November

(vorgezogene Neuwahl)

Bundestagswahl 1969

Sonntag, 28. September

Bundestagswahl 1965

Sonntag, 19. September

Bundestagswahl 1961

Sonntag, 17. September

Bundestagswahl 1957

Sonntag, 15. September

Bundestagswahl 1953

Sonntag, 6. September

Bundestagswahl 1949

Sonntag, 14. August